Die Bedeutung der Vererbung für die Entwicklung der Myopie
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Zusammenfassung
- 1.
DieSteigersche Lehre von der Entstehung der Refraktion ist insofern unvollkommen, als sie nicht berücksichtigt, daß die Entwicklung der Augenhäute nicht gleichmäßig verläuft, sondern daß in der Mitte der Fetalzeit sich in der Gegend des hinteren Pols infolge der Dünnheit der Wandung eine blasige Vorwölbung entwickelt.
- 2.
Die Vorwölbung erfolgt durch den Augendruck.
- 3.
Vorwölbung bzw. Blasenwand und Augendruck haben je ihre eigene Variabilitätskurve.
- 4.
In dem mangelhaften Ausgleich der Vorwölbung bei der Geburt bzw. in dem mangelhaften Wachstum der Blasenwand liegt die Erklärung für die angeborene Myopie, die weiterhin unter dem Einfluß des Augendrucks und besonders durch dessen Steigerung durch Umweltfaktoren sowie durch interkurrente Krankheiten noch erhöht werden kann.
- 5.
Aus dem gleichen Grunde kann postfetal sich eine Myopie entwickeln und gesteigert werden.
- 6.
Es besteht demnach unter solchen Umständen eine Disposition zur Entstehung und Steigerung der Myopie.
- 7.
Aus diesem Grunde ist der Prophylaxe im Gegensatz zuSteiger eine große Bedeutung beizumessen.
- 8.
Alle Grade der Achsenmyopie bilden eine biologische Einheit.
- 9.
Wenn der Wachstumstrieb der Blasenwand vererbungsmäßig zu stark ist, kann sich die dehnende Kraft des Augendrucks nicht voll auswirken; die Augenachse bleibt zu kurz, und es entsteht Hyperopie, die um so höher wird, je früher auch die ganze Sklera erstarkt.
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Die größere Häufigkeit der Myopie gegenüber der Hyperopie wird bedingt dadurch, daß am hinteren Augenpol eine durch die Skleralwölbung in früher Entwicklungszeit begünstigte häufigere Unterentwicklung der Skleralwand besteht als eine Überentwicklung und der Augendruck immer nur ausweitend, aber niemals verkürzend auf die Augenachse wirkt.
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Literatur
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