Advertisement

Springer Nature is making Coronavirus research free. View research | View latest news | Sign up for updates

Zur Entstehung von Ringbrüchen des Schädelgrundes

  • 19 Accesses

  • 7 Citations

Zusammenfassung

Ein Fußgänger war von einem mit etwa 100 km/Std Geschwindigkeit fahrenden PKW von rückwärts angefahren und getötet worden. Bei der Leichenöffnung fand sich ein Ringbruch des Schädelgrundes und Abriß des verlängerten Rückenmarkes. Durch das Fehlen von Verletzungen im Bereich des Scheitels und an der Hirnunterfläche war eine hier angreifende Gewalteinwirkung als Ursache des Ringbruches auszuschließen. Neben einem queren Abriß der Luftröhre bei sonst unverletztem Hals fanden sich zahlreiche quere Intimarisse beider Aa. carot. int., die auf eine Überstreckung der Halswirbelsäule und des Atlantooccipitalgelenkes hinweisen.

Wie im Modellversuch gezeigt werden kann, wird durch den Anprall die Wirbelsäule nach vorne getrieben, der Kopf zufolge seiner Trägheit nach rückwärts oben geschleudert und der der Wirbelsäule aufruhende Teil des Schädelgrundes aus dem Schädelskelet ausgebrochen. Es entsteht — bei hoher Anprallgeschwindigkeit und dünnem Schädel — eine „Extensionsf raktur“.

Die getroffene Annahme, daß der hintere Teil des Schädelgrundes gegen Zug von außen weniger widerstandsfähig sei als bei Einwirkung eines Stoßes, konnte bei der experimentellen Erzeugung von Ringbrüchen durch plötzlich einwirkenden Zug an der Area pharyngica bestätigt werden.

This is a preview of subscription content, log in to check access.

Literatur

  1. Bergmann, E. v.: Die Lehre von den Kopfverletzungen. Stuttgart: Ferdinand Enke 1880.

  2. Bitzel, F.: InLaves-Bitzel-Berger, Der Straßenverkehrsunfall, S. 30. Stuttgart: Ferdinand Enke 1956.

  3. Brack, E.: Über Anatomie und Theorie tödlicher Wirbelsäulentraumen. Dtsch. Z. Chir.221, 350 (1929).

  4. Brüggemann, A.: Unfallverletzungen der Mund- und Rachenhöhle. InKönig-Magnus' Handbuch der gesamten Unfallheilkunde, Bd. IV, S. 266. Stuttgart: Ferdinand Enke 1934.

  5. Bürkle de la Camp, H.: Wirbelsäulenverletzungen beim Kraftfahrer. Klin. Med.14, 505 (1959).

  6. Buhtz, G.: Der Verkehrsunfall, S. 155. Stuttgart: Ferdinand Enke 1938.

  7. Chiari, O.: Chirurgie des Kehlkopfes und der Luftröhre. In: Neue Deutsche Chirurgie, Bd. 19, S. 229. Stuttgart: Ferdinand Enke 1916.

  8. Le Count, E. R., andJ. Hockzema: Symmetrical traumatic fractures of the cranium. Symmetrical fragmentation, comments on their mechanism. Arch. Surg. (Chicago)29, 171–226 (1934).

  9. Dettling, J.: Expressionsverletzungen des Schädels. Schweiz. med. Wschr.1938, 489.

  10. Félizet: Recherches anatomiques et expérimentales sur les fractures du crâne. Paris: Delahaye 1873.

  11. Homma, H.: Mechanik der Atlasverletzungen bei Sturz auf den Kopf. Langenbecks Arch. klin. Chir.160, 151 (1930).

  12. Ipsen, C.: Zur Deutung des Entstehens der Brüche am Schädelgrunde. Vjschr. gerichtl. Med.39, 1. Suppl. Heft S. 84 (1910).

  13. Kolder, H.: Methoden der Flugmedizin. Sportärztl. Praxis, 16 (1959).

  14. Meixner, K.: Zerreißung der Bauchaorta und der linken Nierenschlagader mit ungewöhnlichem Verlauf. Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med.20, 344 (1933).

  15. Messerer, O.: Über Elastizität und Festigkeit menschlicher Knochen. Stuttgart: J. G. Cotta 1880.

  16. —: Experimentelle Untersuchungen über Schädelbrüche. München: M. Rieger 1884.

  17. Panning, G.: Zur Frage der Widerstandsfähigkeit des Knochengewebes gegen Gewalteinwirkungen im Leben und nach dem Tode. Beitr. gerichtl. Med.15, 84 (1939).

  18. Pernkopf, E.: Topographische Anatomie des Menschen, Bd. IV/I, S. 287. München-Berlin-Wien: Urban & Schwarzenberg 1957.

  19. Perrin: Zit. nachLe Count u.Hockzema.

  20. Plaut, H. F.: Fracture of the atlas in automobile accidents. J. Amer. med. Ass.110 (II), 1892 (1938).

  21. Ponsold, A.: Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, S. 148. Stuttgart: Georg Thieme 1950.

  22. Racz, B.: Die subcutanen Trachealfrakturen. Mschr. Ohrenheilk.67, 317 (1933).

  23. Schneider, Ph.: Zerreißung des Bandapparates zwischen Hinterhaupt und Halswirbelsäule. Beitr. gerichtl. Med.8, 96 (1928).

  24. Schwarz, E.: Die Knochenbrüche und Verrenkungen und ihre Behandlung, S. 189. Jena: VEB Gustav Fischer 1958.

  25. Sieglbauer, F.: Lehrbuch der normalen Anatomie des Menschen, 6. Aufl., S. 56. Berlin u. Wien: Urban & Schwarzenberg 1944.

  26. Sommer, R.: Die traumatischen Verrenkungen der Gelenke. In Neue Deutsche Chirurgie, Bd. 41, S. 290. Stuttgart: Ferdinand Enke 1928.

  27. Spann, W.: Das Flugzeugunglück in München-Riem am 6. Februar 1958. Münch. med. Wschr.1959, 544.

  28. Strassmann, Gg., u.Strassmann, F.: InF. Strassmanns Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, S. 271. Stuttgart: Ferdinand Enke 1931.

  29. Walcher, K.: Leitfaden der gerichtlichen Medizin. München u. Berlin: Urban & Schwarzenberg 1950.

  30. Wölkart, N.: InLaves-Bitzel-Berger, Der Straßenverkehrsunfall, S. 335. Stuttgart: Ferdinand Enke 1956.

  31. Zeuch, J. H.: Sub-cutaneous rupture of the trachea. Ref. Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med.2, 82 (1923).

Download references

Author information

Additional information

Auszugsweise vorgetragen auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für gerichtliche und soziale Medizin vom 12.–15. Oktober 1960 in Graz.

Rights and permissions

Reprints and Permissions

About this article

Cite this article

Patscheider, H. Zur Entstehung von Ringbrüchen des Schädelgrundes. Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med. 52, 13–21 (1961). https://doi.org/10.1007/BF00597175

Download citation