Archiv für Toxikologie

, Volume 20, Issue 3, pp 179–190

Quecksilberaufnahme bei den mit einer Hg-Schmierkur behandelten Patienten und deren nichtbehandelten Mitpatienten

  • A. Herbst
  • R. -M. Olischer
  • P. Wiechert
  • H. -P. Klöcking
Article

DOI: 10.1007/BF00577976

Cite this article as:
Herbst, A., Olischer, R.M., Wiechert, P. et al. Arch. Toxikol. (1963) 20: 179. doi:10.1007/BF00577976
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Zusammenfassung

Es wurden bei zwei mit einer Quecksilberschmierkur behandelten Patienten Urin- und Blutwerte und in einem Falle Urin-, Blut- und Kotwerte auf ihren Quecksilbergehalt bestimmt. Gleichzeitig wurde eine Bestimmung dieser Werte bei Patienten vorgenommen, die in gleichen Räumen mit den behandelten Patienten untergebracht waren. Es handelte sich um ein 2-Bettzimmer und um ein 4-Bettzimmer. Bei den behandelten Patienten fanden sich die von früher bekannten Werte. lediglich bei der Relation Kot/Urin-Ausscheidung ergaben sich bei unseren Untersuchungen Gegensätze zu den früheren Mitteilungen hinsichtlich der Urin- zur Kotausscheidung. Bei allen nichtgeschmierten Patienten, die im gleichen Raume lagen, fanden sich ebenfalls deutlich erhöhte Blut- und Ausscheidungs-Quecksilberwerte.Im Hirnstrombild ergaben sich Hinweise auf eine Einwirkung des Quecksilbers im Cerebrum. Dem Hirnstrombild darf daher bei initialer Quecksilberintoxikation eindiagnostischer Wert, allerdings nur in Verbindung mit den klinischen und besonders den Quecksilber-Ausscheidungsuntersuchungen, beigemessen werden. Die Quecksilberbehandlung in der Form einer Schmierkur ist also keineswegs indifferent undgefährdet unter Umständen auch unbehandelte Mitpatienten. Es wird die hohe Aufnahme von Quecksilber durch Inhalation bei einem relativ geringen Hg-Gehalt der Raumluft sowie auf die keineswegs ungefährliche Anwendung von Quecksilber in jeder Form hingewiesen.

Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • A. Herbst
    • 1
    • 2
  • R. -M. Olischer
    • 1
    • 2
  • P. Wiechert
    • 1
    • 2
  • H. -P. Klöcking
    • 1
    • 2
  1. 1.Abteilung für PsychiatrieUniversitäts-Nervenklinik RostockDeutschland
  2. 2.Pharmakologischen Institut der Universität RostockDeutschland

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