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Tödlicher Narkosezwischenfall bei Trichloräthylenbetäubung

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Zusammenfassung

Es wird über einen tödlich verlaufenen Narkosezwischenfall bei einem 11 1/2jährigen Jungen nach Verabreichung von etwa 1 cm3 „Narcosoid“ (Trichloräthylen) als Inhalationsnarkoticum berichtet.

Bei der Untersuchung des Blutes wurden unter anderem 8,6% CO-Hb festgestellt. Vorgeschichte, Ortsbesichtigung und histologische Untersuchungen des Gehirns rechtfertigen die Feststellung, daß bei dem Jungen vor der Narkose eine chronische Kohlenoxydvergiftung mit entsprechender Schädigung des Zentralnervensystems vorlag. Der letale Ausgang nach Inhalation von etwa 1 cm3 des vorgenannten Präparates wird nach Ausschluß anderer Ursachen im wesentlichen auf den durch die chronische Kohlenoxydintoxikation bedingten veränderten Funktions-zustand des Zentralnervensystems und den durch Trichloräthylen eventuell ausgelösten sich vor allem zentral verhängnisvoll auswirkenden Vasospasmus zurückgeführt.

Die Diskussion über den vorliegenden Fall soll dazu beitragen, daß durch eingehende gerichtsärztliche Untersuchung die Dunkelziffer über die wahren Ursachen eines tödlichen Narkosezwischenfalls weiter eingeengt wird.

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Literatur

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Schmitt, K., Wagner, H.J. Tödlicher Narkosezwischenfall bei Trichloräthylenbetäubung. Arch. Toxikol. 17, 186–196 (1958). https://doi.org/10.1007/BF00577338

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