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Über genomwirkungen und Formbildungsfähigkeit bei Acetabularia

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Zusammenfassung

Die Ergebnisse früherer Arbeiten sind kurz auf S. 445 f geschildert. Die für diese Arbeit wichtigen Ergebnisse und Deutungen seien unter Hinweis auf die Zusammenfassungen am Ende der einzelnen Abschnitte in aller Kürze zusammengestellt:

  1. 1.

    Kernlose Teile vonAcetabularia mediterranea lassen sich auf einen Kern (mit Rhizoid) vonAcetabularia Wettsteinii und umgekehrt transplantieren.

  2. 2.

    Die Weiterentwicklung erfolgt dann stets kerngemäß, soferne nicht von früher her vorhandene Formbildungsstoffe aufgebraucht werden, entweder in reinem kernfremdem Plasma oder in einem Mischplasma.

  3. 3.

    Daraus ist unter Heranziehung der früheren Ergebnisse zu schließen, daß die Kernstoffe (= Formbildungsstoffe) artspezifisch, d. h. Genprodukte sind.

  4. 4.

    Es kommen wahrscheinlich wenigstens zwei Sorten von Genprodukten vor: Wirtelstoffe und Hutstoffe.

  5. 5.

    Eine Formbildung tritt nur ein, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Genügende Menge von Genprodukten und spezifische Reaktionsbereitschaft des Plasmas.

  6. 6.

    Der Determinationsvorgang am lebenden Plasma erfolgt durch die Genprodukte und nur durch diese. Eine autonome Erbstruktur im Plasma ist beiAcetabularia aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vorhanden. Die Determinierung erfolgt räumlich und zeitlich unmittelbar und ist auch räumlich und zeitlich beschränkt. Eine Entwicklungstendenz des Plasmas von einiger Erhaltungsdauer kommt dadurch nicht zustande. Die entwicklungsphysiologische Bedeutung des Plasmas für den eigentlichen Formbildungsvorgang wird dadurch nicht berührt.

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Hämmerling, J. Über genomwirkungen und Formbildungsfähigkeit bei Acetabularia. W. Roux' Archiv f. Entwicklungsmechanik 132, 424–462 (1934). https://doi.org/10.1007/BF00577051

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