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Über die Anatomie der Herznerven

  • E. Hausmann
Article

Zusammenfassung

Mit Hilfe der Lupe wurden an 15 Objekten (davon 2 Kindern) von den zum Herzen ziehenden Nerven Ursprung, Plexusbildung und Verzweigung auspräpariert und dabei auf die Variabilität und die Unterschiede von links und rechts besonders geachtet. Im Prinzip können jederseits 3 Vagusäste (Rami cardiaci craniales, medii und caudales) und 3 Sympathicusäste (Nervi cardiaci craniales, medii und caudales) unterschieden werden. Von diesen Herznerven entspringen besonders rechterseits die Rr. cardiaci medii und caudales mit mehreren Wurzeln vom Recurrens bzw. vom Vagus, während links die Zahl der Wurzeln nicht so groß ist. Die Nn. cardiaci caudales lassen links ventrale und dorsale Äste in bezug auf die Aorta unterscheiden.

Der ventral von der Aorta gelegene Plexus cardiacus superficialis wird aus 4 Nerven aufgebaut, die vorne links dem Aortenbogen aufliegen, und zwar von rechts nach links N. cardiacus caudalis dexter, N. cardiacus cranalis sinister, R. cardiacus cranalis sinister und N. cardiacus caudalis anterior sinister. Die übrigen Nerven strahlen in den Plexus cardiacus profundus ein, mit dem auch der Plexus superficialis unter dem Aortenbogen zusammenhängt.

Der rechts und dorsal vom Aortenbogen und teilweise auch dorsal von der A. pulmonalis gelegene Plexus profundus ist weitaus stärker als der Plexus superficialis.

Die Hauptmasse des Plexus cardiacus profundus zieht zu den Coronararterien, es werden auch die Äste zur Hinterwand des rechten Vorhofes — Nachbarschaft des Sinusknotens — und direkt in den Kammerkegel beschrieben.

Wenn auch eine gewisse Variabilität besteht, so lassen sich alle größeren Äste immer wieder an charakteristischen Stellen auffinden.

Da teilweise schon im Halsgebiet, immer aber im Brustbereiche zahlreiche Verbindungen zwischne Vagus- und Sympathicusästen bestehen, handelt es sich im Herzbereich durchwegs um gemischte Nerven, d. h. solche, die Vagus- und Sympathicusfasern enthalten, so daß aus der makroskopischen Darstellung über die Funktion nichts ausgesagt werden kann.

Kurz besprochen wird auch die Lage der bei der Präparation aufgefundenen Knötchen, die teilweise als Paraganglien zu bezeichnen sind.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • E. Hausmann
    • 1
  1. 1.Anatomischen Institut der Universität WienWienÖsterreich

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