Die Ursache des Farbumschlages der Zinktitration nach Urbasch
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Zusammenfassung
Bei der Titration des Zinks nach Urbasch mit Cyanoferrat(II) und Fe3+ als internem Indicator erfährt letzteres während des gemeinsamen Ausfallens mit dem Zinkniederschlag, wobei das Fe3+ zunächst in anionischer Bindung am positiv geladenen Zinkkörper adsorbiert wird, eine Umladung zu Fe2+ und einen Einbau in den Niederschlag entsprechend einem Eisen(II)-Eisen(III)-cyanoferrat. Beim Umschlag entsteht unter gleichzeitiger Peptisation des flockigen Niederschlages der negativ geladene Cyanoferrat(II)-körper unter Austausch des am Fe2+ gebundenen Cyanoferrats(III) gegen Cyanoferrat(II), wodurch ein Farbwechsel von blau nach rahmfarben eintritt. Bei der Rücktitration läuft der entgegengesetzte Vorgang ab, sofern genügend Cyanoferrat(III) zur Verfügung steht. Dessen Entfernung verhindert die Reversibilität. Der den Titrationen von Fajans mit organischen Adsorptionsindicatoren entsprechende Wechsel des farbgebenden Indicatoranions gegen das Anion des Ionengitters des Niederschlages erfolgt hier im vom Bekannten abweichender Weise dadurch, daß der Farbumschlag im Äquivalenzpunkt durch den Austausch zweier anorganischer Anionen an einem dem Platzwechsel nicht unterliegenden akzessorischen Kation des Niederschlages verursacht wird.
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