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Ökologische und physiologische untersuchungen an Scutigerella immaculata (Newp.)

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Zusammenfassung

  1. 1.

    Der wichtigste ökologische Verbreitungsfaktor für Scutigerella immaculata ist die Feuchtigkeit, und zwar sowohl der Wassergehalt der Erde, als auch der Dampfgehalt der Bodenluft.

  2. 2.

    Die relative Feuchtigkeit der Bodenluft wird dadurch unmittelbar bedeutsam, daß sie für die Stärke der Transpiration bestimmend ist. Infolge eines auβerordentlich geringen Verdunstungsschutzes ist Scutigerella sehr stark von dem Dampfgehalt der Bodenluft abhängig.

  3. 3.

    Der Wassergehalt des Bodens ist haupts⇂hlich mittelbar als Quelle des Wasserdampfes der Bodenluft wichtig. Das Wasserführ'ungs-optimum liegt dort, wo die Bodenluft ohne großen Wasserüberschußam stärksten befeuchtet wird. Je lockerer der Boden, desto mehr Wasser ist hierzu notwendig.

  4. 4.

    Außerdem hat das Bodenwasser noch Bedeutung als Vorbedingung des Nahrungsgehaltes im Boden und als Ersatz für den Wasserverlust durch Transpiration.

  5. 5.

    Der Körperoberfläche des Tieres kommt ein starker Benetzungswiderstand zu. Wird dieser überwunden, so wird das Tier geschädigt. Übermaß an Bodenwasser wirkt also infolge längerer erzwungener Benetzung, daneben noch durch Verkehrsstörung und Luftentzug schädlich. Zu große Bodentrockenheit wirkt wasserentziehend.

  6. 6.

    Scutigerella immaculata ist ein aktiv atmophiler Geobiont, das Tier vermag mittels des Geruchs- und des Feuchtigkeitssinnes die Stellen günstigster Feuchtigkeit zu finden. Der Sitz des Geruchssinnes ist an den Antennen, jener des Feuchtigkeitssinnes wahrscheinlich in den Coxalsäckchen zu suchen.

Abbreviations

U :

Fänge im Urgebirge

K :

Fänge im Kalkgebirge

S :

Fänge in den warmen Monaten (Mai bis November)

W :

Fänge in den kalten Monaten (Dezember bis April)

G :

U- und K- oder S- und W-Fänge zusammen

s :

Anzahl der gefangenen Tiere

t :

Anzahl der untersuchten Steine

n :

Anzahl der Fangtage

m :

durchschnittliche Tagesausbeute an einem Stein

M m :

Durchschnittswert von Tagesmitteln m

M U :

Durchschnittswert aus U-Tagesmitteln

M K :

Durchschnittswert aus K-Tagesmitteln

M s :

\(\frac{s}{t}\)

M UK :

\(\frac{{M_U + M_K }}{2}\)

α :

Abweichungen vom Mittel

M α :

mittlere Abweichung

σ :

Streuungskoeffizient

ε :

mittlerer Fehler

D :

Differenz zweier M m

ε D :

mittlerer Fehler von D,

Literaturverzeichnis

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Friedel, H. Ökologische und physiologische untersuchungen an Scutigerella immaculata (Newp.). Z. Morph. u. Okol. Tiere 10, 738–797 (1928). https://doi.org/10.1007/BF00419326

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