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Die Behandlung von Frakturen langer Röhrenknochen mit dem Marknagel nach Küntscher

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Zusammenfassung

Die Antworten auf eine Umfrage bei 52 deutschen und österreichischen Kliniken, Fragen der Marknagelung betreffend, lassen erkennen, daß sich die von Küntscher vertretenen Prinzipien in der Allgemeinheit bisher nicht durchgesetzt haben. Auch in vielen Einzelfragen, wie Aufbohrung der Markhöhle und Durchführung der Nagelung bei den verschiedenen Gliedabschnitten, ist eine einheitliche Beurteilung nicht festzustellen.

Praktische Erfahrungen, theoretische Überlegungen und experimentelle Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, daß bei der Marknagelung eine stabile Osteosynthese für sofortige Belastung der Extremitäten zwar ein theoretisch denkbares, jedoch praktisch nie exakt zu verwirklichendes Ziel darstellt. Stabilität, ausreichend für sofortige postoperative aktive Bewegungen, sollte als Bedingung für die Anzeigestellung zur Marknagelung zugrunde gelegt werden. Die Durchführung der Marknagelung in Kombination mit einem konservativen Verfahren addiert Gefahren und Nachteile beider Methoden unter Verzicht auf die jeweiligen Vorteile.

Für den relativ hohen Prozentsatz von Mißerfolgen bei der Marknagelung werden das Fehlen grundsätzlicher Auseinandersetzung mit den mechanischbiologischen Bedingungen bei der Nagelung, die darauf beruhende fehlerhafte Indikationsstellung sowie technische Ausführung und die Unterbewertung der Schwierigkeiten des Verfahrens angeführt.

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Rehm, J., Uebing, D. Die Behandlung von Frakturen langer Röhrenknochen mit dem Marknagel nach Küntscher. Arch orthop Unfall-Chir 55, 82–109 (1963). https://doi.org/10.1007/BF00415389

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