Experimentelle Untersuchungen über die Wirkung von Psychopharmaka auf die Gamma-Schleife beim Menschen
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Zusammenfassung
An 90 mit verschiedenen Psychopharmaka behandelten Patienten wurde die Bahnungswirkung des Jendrassikschen Handgriffs auf die Eigenreflexe als Test der Gamma-Motoneuronaktivität elektromyographisch untersucht. Gleichzeitig liefen EEG-Ableitungen. Die gewonnenen Ergebnisse wurden mit klinischen Verhaltensweisen in Beziehung gesetzt.
Es besteht ein Parallelismus im Verhalten des Reflexogramms und des EEG. Gedämpfte Reflexbahnung (Hemmung der Gamma-Motoneuronenaktivität) korreliert immer mit einer Alpha-Aktivierung und Synchronisation des EEG. Reflexbahnung (vermehrte -Aktivität) ist häufig mit EEG-Desynchronisierung und vermehrten schnelleren EEG-Wellen verbunden.
Auch das klinische Bild zeigt Parallelen. Im Stadium der Dämpfung der Jendrassikschen Bahnungswirkung fand sich bei den untersuchten Kranken ein besonders gearteter Passivierungszustand, den wir als Tranquillisierung bezeichnet haben. Er war oft, aber nicht immer, mit Ermüdungserscheinungen und Schläfrigkeit verbunden. In Zeiten der Steigerung der Jendrassikschen Bahnungswirkung wurden häufig Unruhephänomene mit innerer Gespanntheit, Angstzuständen und vegetativen Reizerscheinungen beobachtet. Extrapyramidal-motorische Phänomene im Sinne eines psychopharmakologischen Parkinsonoid oder hyperkinetische und dyskinetische Erscheinungen ließ keine Beziehungen oder Abhängigkeiten von der Reflexbahnung erkennen.
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