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Zeitschrift für vergleichende Physiologie

, Volume 31, Issue 4, pp 490–505 | Cite as

Farbwechsel der Larve von Corethra plumicornis

  • Anni Kopenec
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Melanophoren der Larven von Corethra plumicornis sind orts- und formveränderlich. Bei der Kontraktion können 2–10 Pigmentzellen zu einem Melanophorenhäufchen zusammenfließen.

     
  2. 2.

    Auf dunklen Untergrund, auf elektrische Reizung, auf starke direkte Beleuchtung und auf hohe Temperatur (bis 28°) erfolgt Expansion auf hellem Untergrund, bei Kälte-und schlechtem Allgemeinzustand erfolgt Kontraktion der Pigmentzellen.

     
  3. 3.

    Augenverklebungen und Anstechen der Augengegend führen zu einer nicht reversiblen Expansion.

     
  4. 4.

    Nach Abschnürung des Kopfes nehmen die Pigmentzellen einen Zustand mäßiger Kontraktion an und -reagieren nicht mehr auf die Helligkeit des Untergrundes. Erfolgt die Abschnürung zwischen beiden Blasenpaaren, so bleibt die Reaktionsfähigkeit auf dem Untergrund nur bei den. Pigmentzellen des vorderen Blasenpaares erhalten. Aus Punkt 3 und 4 geht hervor, daß dem Kopf bei der Untergrundanpassung eine besondere Rolle zukommt.

     
  5. 5.

    Leibextrakte dunkelangepaßter Tiere haben an Corethralarven eine expandierende Wirkung. Nicht ganz sicher ist eine kontrahierende Wirkung der Leibextrakte hellangepaßter Tiere. Kopfextrakte wirken immer expandierend, in besonderem Maße solche von dunkelangepaßten Larven.

     
  6. 6.

    Lösungen von Adrenalin bis zu einer Verdünnung von 1 mg auf 1200 cm3 Wasser wirken immer eindeutig expandierend, ebenso Extrakte aus Nebennierenmark. Bei. Hypophysin, Pituitrin und Extrakten aus Hypophysen wurde eine kontrahierende Wirkung beobachtet. Doch tritt sie so wenig deutlich und erst bei so hoher Dosierung auf, daß sie vielleicht als Ausdruck einer allgemeinen Schädigung zu betrachten ist.

     
  7. 7.

    Auch Acetylcholin wirkt expandierend. Die Acetylcholinwirkung ist durch Atropin behebbar, ebenso kann die maximale Anpassung an dunklen Untergrund durch Atropin behoben werden. Adrenalin ist am atropinisierten Tier noch wirksam.

     
  8. 8.

    Acetylcholin läßt sich an Larven nachweisen, und zwar 0,2 bis 0,5 mg/g im Leib und 1,1–1,5 mg/g im Kopf.

     
  9. 9.

    Adrenalin (oder ein ihm nahestehender Stoff) läßt sich in der Corethralarve auf biologischem, chemischem und histologischem Wege nachweisen. In dunkelangepaßten Tieren wurde ein Adrenalingehalt von 0,12 mg/g gefunden, während hellangepaßte Tiere wesentlich weniger Adrenalin enthalten.

     
  10. 10.

    Es ist anzunehmen, daß die Helligkeitsanpassung durch das Auge ausgelöst wird und daß hierbei auf nervösem Wege unter Mitwirkung von Acetylcholin eine Adrenalinausschüttung die Pigmentzellen zur Expansion veranlaßt. Die Mitwirkung eines gegensinnigen Hormons, welches eine Kontraktion bewirkt, ließ sich wahrscheinlich machen, aber nicht sicher nachweisen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1949

Authors and Affiliations

  • Anni Kopenec
    • 1
  1. 1.Zoologischen Institut der Universität GrazDeutschland

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