Über den Feinbau des Nervensystems des Seesternes (Asterias rubens L.)

III. Mitteilung die Struktur der Augenpolster
  • M. Vaupel-von Harnack
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Das lichtempfindliche Organ (Augenpolster) des Seesternes Asterias rubens L., dem ein roter Fleck an der ventralen Seite jeder Armspitze entspricht, wurde licht- und elektronenmikroskopisch untersucht.

     
  2. 2.

    Im Augenpolster findet sich eine Anzahl von Vertiefungen (Augengruben), deren Wand von Pigmentzellen und Photorezeptoren gebildet wird.

     
  3. 3.

    Aus elektronenmikroskopischen Bildern geht hervor, daß die unter den Pigmentzellen hegenden Perikaryen der Photorezeptoren schmale Fortsätze zwischen jenen hindurchsenden. Diese Fortsätze teilen sich im Grubenlumen in eine Vielzahl von Mikrovilli auf. Sie sind außerdem mit je einer Cilie und dazugehöriger Wimperwurzel ausgestattet.

     
  4. 4.

    Das Cytoplasma der Photorezeptoren enthält als Charakteristikum außer Golgi-Apparat und Mitochondrien vom tubulären Typus viele kleine Bläschen; diese sind bis in die Fortsätze zwischen den Pigmentzellen hinein zu verfolgen, jedoch nicht in die Mikrovilli.

     
  5. 5.

    Die Pigmentzellen sind ebenfalls mit Golgi-Apparat und Mitochondrien ausgestattet. Unter den dicht gedrängt liegenden Pigmenteinschlüssen kann man kleine massendichte Granula (Durchmesser 0,1–0,16 μ) und größere Kugeln (Durchmesser 0,5–0,7 μ) unterscheiden. Diese enthalten vielfach eine oder mehrere Vakuolen. Die größeren Kugeln, in ungefärbten und mit Fettfarbstoffen gefärbten Gefrierschnitten deutlich sichtbar, sind alkohollöslich. Die kleinen Granula färben sich mit Paraldehydfuchsin.

     
  6. 6.

    Die Augengrube ist gegen die Cuticula hin durch besonders strukturierte Zellen („Linse“?) abgeschlossen.

     
  7. 7.

    Seichtere Augengruben verkörpern offenbar in Entstehung begriffene Lichtsinnesorgane.

     
  8. 8.

    Die Bauweise der Augengruben von Asterias rubens ähnelt derjenigen der Ozellen der Hydromeduse Polyorchis penicillatus insofern weitgehend (Eakin und Westfall 1962), als die Lichtungen der Ozellen bei beiden Formen von einem Filzwerk langer Mikrovilli ausgefüllt sind. Diese gehen bei Asterias indessen vom Zellapex aus, der außerdem eine freie Cilie trägt, bei Polyorchis dagegen vom Cytoplasmaüberzug der Cilie selbst.

     

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • M. Vaupel-von Harnack
    • 1
  1. 1.Anatomischen Institut der Universität KielDeutschland

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