Inversionen und chromosomale Strukturtypen bei Drosophila subobscura Coll

  • Elfriede Kunze-Mühl
  • Diether Sperlich
Article

Zusammenfassung

1. Auf Grund der Untersuchung von zahlreichen Stämmen von Drosophila subobscura, die aus Köderfängen in der Natur an verschiedenen Orten in Österreich, Oberitalien, der Schweiz, England und einigen außereuropäischen Ländern abgeleitet worden waren, wurde ein Verzeichnis aller bisher bei dieser Art festgestellten natürlichen Inversionen gegeben, wobei die Anordnung des strukturell homozygoten Stammes „Küsnacht“ als Standardanordnung diente.

2. Durch den Vergleich von Stämmen, durch deren Kreuzung mit dem Standardstamm, durch die Ableitung von Inzuchtlinien aus verschiedenem Ausgangsmaterial und deren Kreuzung mit bestimmten Stämmen wurde die Zahl und der Bau der chromosomalen Strukturtypen ermittelt, auf deren Koexistenz in der Population die Mannigfaltigkeit der beobachteten Inversionsbilder beruht.

3. Die Verteilung der Inversionen auf die verschiedenen Chromosomen des Satzes ist nicht zufällig. Auch die relative Länge der Inversionen scheint nicht rein zufallsmäßig zu sein.

4. Bei den Bruchstellen der Inversionen finden sich auffallend oft Koinzidenzen, bis zu 5 Bruchstellen an einem Ort eines Chromosoms. Wie eine statistische Überlegung zeigt, können diese nicht zufallsmäßig bedingt sein. Es werden einige hypothetische Deutungsmöglichkeiten dieses Phänomens vorgelegt.

5. Es wird die phylogenetische Ableitung der Strukturtypen der verschiedenen Chromosomen diskutiert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Hinton, T., Ph. T. Ives and A. T. Evans: Changing the Gene Order and Number in Natural Populations. Evolution 6, 1–28 (1952).Google Scholar
  2. Hipsch, R.: Linkage groups and chromosomes of D. subobscura. DIS 26, 106 (1952).Google Scholar
  3. Huber, Ch.: Die Mannigfaltigkeit der chromosomalen Struktur von Drosophila subobscura unter den Bedingungen der Inzucht. Diss. Wien 1952. (Ungedruckt.)Google Scholar
  4. Kaufmann, B. P.: Induced chromosome rearrangements in Drosophila melanogaster. J. Hered. 30, 179–190 (1939).Google Scholar
  5. Koske, Th., and J. Maynard Smith: Genetics and Cytology of Drosophila subobscura. X. The fifth Linkage Group. J. Genet. 52, 521–541 (1954).Google Scholar
  6. Kunze-Mühl, E.: Cytological identification of genetically discovered inversions in D. subobscura. DIS 26, 107 (1952).Google Scholar
  7. Mainx, F., Th. Koske und E. Smital: Untersuchungen über die chromosomale Struktur europäischer Vertreter der Drosophila obscura-Gruppe. Z. Vererbungslehre 85, 354–372 (1953).Google Scholar
  8. Novitski, E.: Chromosome Variation in Drosophila athabasca. Genetics 31, 508–524 (1946).Google Scholar
  9. Philip, U., J. M. Rendel, H. Spurway and J. B. S. Haldane: Genetics and karyology of Drosophila subobscura. Nature (Lond.) 154, 260 (1944).Google Scholar
  10. Spurway, H., and U. Philip: Genetics and Cytology of Drosophila subobscura. VII. Abnormal Gene Arrangement in Element A. J. Genet. 51, 198–215 (1952).Google Scholar
  11. Stumm-Zollinger, E.: Vergleichende Untersuchung über die Inversionshäufigkeit bei Drosophila subobscura in Populationen der Schweiz und Südwesteuropas. Z. Vererbungslehre 85, 382–407 (1953).Google Scholar
  12. Zollinger, E.: Ein strukturell homozygoter Stamm von Drosophila subobscura aus einer Wildpopulation. Arch. Klaus-Stiftg 25, 33–35 (1950).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1955

Authors and Affiliations

  • Elfriede Kunze-Mühl
    • 1
  • Diether Sperlich
    • 1
  1. 1.Aus dem Institut für Allgemeine Biologie der Universität WienAustria

Personalised recommendations