Über den Befall mit Darmparasiten bei Schulkindern und ehemaligen Soldaten
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Zusammenfassung
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Untersuchungen an Bonner Schulkindern ließen keine wesentliche Erhöhung des Befalls mit pathogenen Darmprotozoen als Folge des Krieges erkennen; Ruhramöbenträger waren 2,5%, mit Lamblia intestinalis waren 22,5% infiziert.
- 2.
Ehemalige Soldaten aus einem Nauheimer Malarialazarett, die sich in Gebieten mit endemischer Malaria aufgehalten hatten, waren 1944 zu 26,4% mit Ent. histolytica, 30,9% mit Ent. hartmanni und 0,9% mit Lamblia intestinalis infiziert.
- 3.
Ein zweiter gleichartig ausgesuchter Personenkreis erwies sich 1947 nur zu 13,5% mit Ent. histolytica, jedoch zu 33,7% mit Ent. hartmanni und zu 6,8% mit Lamblia intestinalis befallen.
- 4.
Ein Vergleich der Befunde aus den Jahren 1944 und 1947 macht es wahrscheinlich, daß die Zahl der Histolytica-Träger aus der Kriegszeit mehr und mehr zurückgeht und sich dem Bevölkerungsdurchschnitt, etwa 7–10%, nähert.
- 5.
Unter Berücksichtigung der von den Amöbenträgern angegebenen Beschwerden im Bereich des Magen-Darmkanals erscheint es unwahrscheinlich, daß Ent. histolytica und Ent. hartmanni nur als verschiedene Rassen einer Art anzusehen sind, sondern eher als getrennte Arten.
- 6.
25% der Bonner Schulkinder waren mit Spulwürmern (Ascuris lumbricoides) infiziert.
- 7.
Madenwurmbefall (Enterobis vermicularis) war praktisch bei allen (99%) Schulkindern zu finden.
- 8.
Röntgenologisch ließen sich Askariden nur in 44% der stuhlpositiven Kinder sicher nachweisen.
- 9.
Fehlende Bluteosinophilie spricht keineswegs gegen einen Befall mit Askariden oder Oxyuren.
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