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Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde

, Volume 163, Issue 1, pp 82–92 | Cite as

Über den Adrenalinspiegel des Blutes beim Elektrokrampf

  • Joseph Hann
  • Hansjörg Kinzius
Article

Zusammenfassung

Es wird an Hand von Versuchen an Menschen und Tieren (Hunden, Kaninchen und Ratten) über das Verhalten des Adrenalinspiegels im Elektrokrampf berichtet. Zur Messung des Adrenalingehaltes im Blute wurde die Methode nach Lehmann u. Michaelis verwandt.

Der Elektrokrampf imponiert, gemessen an den Veränderungen im Adrenalinhaushalt, als schwere Störung des vegetativen Geschehens.

Der Elektrokrampf verursacht einen erheblichen Mehrverbrauch an Adrenalin, der wahrscheinlich durch die erhöhte Muskeltätigkeit und den nachfolgenden Erholungsbedarf derselben bedingt ist.

Der Nachschub an Adrenalin wird mehr oder weniger lange gehemmt (durchschnittlich 5 min), so daß es zu einem eindrucksvollen Absinken des Adrenalingehaltes im Blute kommt. Bei der Lösung dieser Hemmung kommt es zu einer überschießenden Mehrausschüttung, der eine anhaltende Bildung von Zacken und Wellen im Adrenalinspiegel folgt mit der Tendenz zur Angleichung an die Ausgangswerte.

In einzelnen Fällen kam es nicht zu einer Hemmung der Adrenalinausschüttung, sondern lediglich zu einer geringen Verzögerung, die durch das Verhalten des Blutkreislaufes im Elektrokrampf allein zu erklären ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1949

Authors and Affiliations

  • Joseph Hann
    • 1
    • 2
    • 3
  • Hansjörg Kinzius
    • 1
    • 2
  1. 1.Aus dem Max-Planck-Institut für ArbeitsphysiologieDortmund
  2. 2.der Physiolog. Abteilung des Max-Planck-Institutes für HirnforschungGöttingen
  3. 3.Psychiatrische Klinik der Universität(13a) Würzburg

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