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Hydrobiologia

, Volume 19, Issue 2, pp 192–222 | Cite as

Beiträge zur kenntnis der algenflora der abaligeter höhle

  • Georg Claus
Article

Zusammenfassung

Obwohl die untersuchte Höhle in Ungarn gleich nach der Aggteleker die bekannteste ist, war bis zum heutigen Tage nichts von ihren Algen bekannt.

Im Laufe unserer Untersuchungen in den Jahren 1953–56 ist es uns gelungen, 92 Algenarten und Variationen in der Höhle zu finden. Jede einzelne dieser Algae ist höchst wahrscheinlich ein autotrofer Organismus, welcher — wie mit den nachstehenden Tatsachen bewiesen —nicht in Form von Dauer-Zellen, sondern einen aktiven Lebenswandel führend in der Höhle zu finden sind:

  1. 1.

    Der Chantransia chalybea Art sehr nahestehende, aber bisher nicht genau identifizierbare grosse Lager einer Rotalge wurden an drei Stellen der Höhle auf Steinen anhaftend gefunden. Dies ist das vierte Erscheinen des Chantransia Genus in Ungarn.

     
  2. 2/

    Die Lager der Oscillatoria gebhardtiana und Symploca lacrimans genannten, zwei neuen Arten, die auch mit freiem Auge gut zu sehen sind, wurden von der Tonerde, bzw. der Oberfläche der Tropfsteine der Höhle gesammelt.

     
  3. 3.

    Die Anwesenheit mehrerer arktischen, bzw. antarktischen Arten kann als ein Relictum praeglacialis betrachtet werden, was aber die Möglichkeit ausschliesst, dass diese Arten die Jahrmillionen als Dauerzellen überlebt hätten.

    Aus der Höhle von Abaliget stammen bisher für die Wissenschaft: ein neues Genus (mit zwei Arten), ferner vier neue Arten und zwei Abarten, dies sind die folgenden: Oscillatoria neglecta Lemm. var. granulata nov. var., Oscillatoria mauchaiana nov. spec., Oscillatoria crassivaginata nov. spec., Oscillatoria gebhardtiana nov. spec., Lyngbya perelegans Lemm. forma articulata nova forma, Palikiella abaligetiensis nov. gen., nov. spec., Palikiella hungarica nov. gen., nov. spec., Symploca lacrimans nov. spec.

    Wir sammelten sämtliche Arten, bei intensiver Sterilität, von vollkommen lichtlosen Plätzen, daher sind wir bezüglich der verwendeten Energie auf Vermutungen angewiesen.

    Obwohl die Gefahr des Hereinschleppens in dieser Höhle, da diese viel kleiner ist, in grösserem Ausmass besteht als in der Höhle von Aggtelek, scheint es doch wegen der spezialen Zusammenstellung ihrer Flora (arktische und antarktische Arten und die Anwesenheit der Chantransia) unwahrscheinlich, dass die Algen in dieser Weise in die Höhle gekommen sind.

    Zwischen der Algenflora der beiden Höhlen von Aggtelek und Abaliget kann trotz der gleichen ökologischen Verhältnisse (volle Finsternis, eine nahezu 100%-ige relative Luftfeuchtigkeit, eine ständige Temperatur von ungefähr 10°C) keine ähnlichkeit gefunden werden.

    Beide Höhlen, und gemäss der neuesten Angaben (Kölyuk in Manfa, Bèke-Höhle, die Höhle von Pálvölgy) wahrscheinlich alle Höhle sind seit ihrem Enststehen als eine separate und selbstständige Entwicklung aufweisende biodynamische Raume aufzufassen.

     

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Copyright information

© Dr. W. Junk Publishers 1962

Authors and Affiliations

  • Georg Claus
    • 1
  1. 1.Rheumatoid Diseases Study Group and Department of MicrobiologyNew York University School of MedicinNew YorkUSA

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