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Ein Kämpfer für Gerechtigkeit

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Zivilrecht im Wandel
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Zusammenfassung

Wenn man Peter Derleders Veröffentlichungen durchsieht, fällt eines auf: Er ist ein Kämpfer für Gerechtigkeit und scheut sich nicht, seine Zeit und Arbeitskraft einzelnen Menschen zu widmen, denen Unrecht widerfahren ist und die Hilfe brauchen. Ein Fall, der mich besonders beeindruckt hat, ist der eines körperlich schwer behinderten Juristen, den Peter Derleder während des Studiums, des Referendariats und in den ersten Berufsjahren begleitet und in einem anschließenden Arbeitsgerichtsprozess vertreten hat (Kritische Justiz 4/2012, S. 379ff.). Obwohl sein Schützling durch Bestehen beider juristischen Examina die Befähigung zum Richteramt erworben hatte, blieben zunächst alle Bewerbungen erfolglos, sodass er sich mit einer Sachbearbeiterstelle bei der Familienkasse zufriedengab, für die er eigentlich überqualifiziert war. Dort wurde er von einigen Kollegen abgelehnt, die ihr eigenes Fortkommen durch seine Qualifikation gefährdet sahen. Sie beschlossen eine Form des Mobbings, die dem Betroffenen zunächst verborgen blieb, indem sie sich insgeheim verabredeten, seine Arbeitszeit zu überwachen. Das geschah in der Weise, dass man zeitaufwendige Beobachtungen über das Eintreffen und die Abfahrt seines Autos auf dem Parkplatz praktizierte. Als der behinderte Kollege eines Tages mit der Beschuldigung überrascht wurde, er habe seine Arbeitszeit verkürzt, war er, wie Derleder schreibt, „über die gegen ihn durchgeführte Aktion tief schockiert und psychisch erschüttert, da er sich über das kollegiale Verhältnis zu den Kollegen fundamental getäuscht hatte.“ Er widersprach der gegen ihn erhobenen Beschuldigung, konnte aber seine genauen Arbeitszeiten nachträglich nicht rekonstruieren und beweisen, da ihm die Benutzung der in einem höheren Stockwerk der Dienststelle gelegenen Stechuhr wegen seiner körperlichen Behinderung erlassen worden war, obwohl er sich bereit erklärt hatte, sie zu bedienen. Die gegen den behinderten Kollegen erhobenen Beschuldigungen wurden ungeachtet seines Widerspruchs als wahr unterstellt und das Arbeitsverhältnis fristlos gekündigt.

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Hannover, H. (2015). Ein Kämpfer für Gerechtigkeit. In: Knops, KO., Bamberger, H., Hölzle, G. (eds) Zivilrecht im Wandel. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-45872-3_9

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