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Politik und Wirtschaft

pp 1-33

Date: Latest Version

Gesundheitspolitik

  • Thomas GerlingerAffiliated withFakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld Email author 
  • , Dirk SauerlandAffiliated withFakultät für Wirtschaftswissenschaft, Universität Witten/Herdecke Email author 

Zusammenfassung

Politikwissenschaft und (Gesundheits-) Ökonomik haben mit der Gesundheitspolitik einen gemeinsamen Untersuchungsgegenstand. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber, dass sie unterschiedliche Themenschwerpunkte mit einer unterschiedlichen Methodik und einem unterschiedlichen Instrumentarium bearbeiten. Während der Schwerpunkt der deutschen Politikwissenschaft eher auf der Analyse von (politikfeldspezifischen) Strukturen und (Politik-) Prozessen sowie der Analyse des Wandels von Gesundheitspolitik und Gesundheitssystemen liegt, ist die Perspektive gesundheitsökonomischer Analysen explizit auch normativ ausgerichtet und erfolgt häufig mit der Absicht, gesundheitspolitische Entscheidungen zu fundieren. So werden etwa auf Basis der Untersuchung von Finanzierungs- und Entlohnungssystemen und ihrer (Anreiz-) Wirkungen normative Lösungsvorschläge für die im Wandel der Zeit auftretenden gesellschaftlich und ökonomisch relevanten Probleme im Gesundheitssystem entwickelt. Der Beitrag stellt die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Disziplinen dar, zeigt die im Zeitablauf veränderten Fragestellungen und Untersuchungsschwerpunkte auf und erläutert die Stärken beider Disziplinen bei der Analyse von gesundheitspolitischen Fragestellungen. Es zeigt sich, dass die Analysen und Erkenntnisse der Politikwissenschaft und der (Gesundheits-) Ökonomik komplementär genutzt werden können – sofern ein Wissen und Verständnis über die Besonderheiten der jeweils anderen Disziplinen vorhanden ist.

Schlüsselwörter

Managed Competition Moral Hazard Politischer Wandel Gesundheitssystem Prinzipal-Agenten-Theorie Gesundheitsökonomik