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SpringerReference Innere Medizin

Part of the series SpringerReference Medizin pp 1-13

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Akute infektiöse Diarrhoe

  • Christoph LübbertAffiliated withKlinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie, Department für Innere Medizin, Neurologie und Dermatologie, Universitätsklinikum Leipzig, AöR Email author 
  • , Martin GrimmAffiliated withUniversitätsmedizin Leipzig

Zusammenfassung

Diarrhoe (Durchfall) ist die Abgabe von flüssigem Stuhl in einer Frequenz von mehr als dreimal täglich. Während bei akuter Diarrhoe meist eine infektiöse Genese vorliegt, werden chronische Diarrhoen mehrheitlich durch lokale Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, vaskuläre und funktionelle Störungen oder Stoffwechselstörungen und eher selten durch Krankheitserreger hervorgerufen. Die infektiöse Diarrhoe gilt weltweit als eine der häufigsten Erkrankungen und eine der fünf häufigsten Todesursachen. Hauptsymptom infektiöser Darmerkrankungen ist die Diarrhoe, meist begleitet von Bauchschmerzen und abdominellen Krämpfen. Je nach klinischem Verlauf treten Symptome des Flüssigkeitsverlusts, der Exsikkose oder der Erregerinvasion in den Vordergrund. Die Diagnostik besteht aus einer gründlichen Anamnese und klinischer Untersuchung. Erst bei schweren beziehungsweise längeren Verläufen oder bei Patienten mit Vorerkrankungen sind Laboruntersuchungen indiziert. Eine abgestufte Stuhluntersuchung mit mikrobiologischer bzw. virologischer Erregerdiagnostik stehen dann im Vordergrund. Die Therapie besteht in erster Linie in einer oralen Rehydratationsbehandlung. Bei Erbrechen kann eine antiemetische Therapie und bei krampfartigen abdominellen Beschwerden eine spasmolytische und analgetische Therapie indiziert sein. Die erregergerichtete Therapie von schweren infektiös bedingten Durchfallerkrankungen erfolgt in den meisten Fällen antibiotisch.