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SpringerReference Innere Medizin

Part of the series Springer Reference Medizin pp 1-19

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Akute und chronische Perikarditis

  • Bernhard MaischAffiliated withFachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg und Herz- und Gefäßzentrum Marburg Email author 

Zusammenfassung

Perikarderkrankungen umfassen seltene kongenitale Defekte und Zysten, häufiger sterile und infektiöse Entzündungen von Epi- und Perikard (Perikarditis) mit und ohne Ergussbildung sowie neoplastische Perikarderkrankungen. Als Residuen oder Komplikation einen Perikarditis finden sich Perikardverdickung und Pericarditis constrictiva. Bezüglich der Ätiologie und Pathogenese ist zwischen einer infektiösen und sterilen Perikarditis zu unterscheiden. Im Vordergrund stehen bei einer trockenen Perikarditis meist unklare Thoraxschmerzen. Mit zunehmendem Erguss dominieren Halsvenenstauung mit doppeltem Venenkollaps, Hepatomegalie mit Aszitesbildung und laborchemischen Zeichen der Leberstauung zur Cirrhose cardiaque. Zur Basisdiagnose gehören Inspektion und Auskultation sowie Elektrokardiographie. Darüber hinaus finden Laboruntersuchungen (z. B. CRP) und multimodale Bildgebung (z. B. Röntgen-Thorax, CT, MRT, Farbdopplerechokardiographie, Herzkatheteruntersuchung) Anwendung. Das Echokardiogramm ist die sensitivste Methode zur Diagnose eines Perikardergusses. Die Dopplerechokardiographie kann wertvolle Hinweise insbesondere bei konstriktiver Perikarditis liefern. Therapeutische Optionen sind u. a. Perikardiozentese und intraperikardiale und/oder systemische Arzneimittelgabe.