Das Habituskonzept von Bourdieu

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Die Forschungsarbeiten an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, die in einem der folgenden Kapitel noch genauer beschrieben werden, machten die Relevanz des Habituskonzepts von Bourdieu deutlich. Die Möglichkeit, Bourdieus Konzeption der Kapitalsorten und Milieustrukturen theoretisch mit den Ergebnissen erfolgreich zu verbinden, war augenscheinlich, sodass das Habituskonzept auch in dieser Arbeit die theoretische Grundlage bildet. Die quantitative Erhebung basiert auf den Freiburger Ergebnissen. Der Habitus ist in diesem Zusammenhang als generatives Prinzip zu verstehen, mit dem das Individuum seine Handlungen (vor-)strukturiert und sie nicht deterministisch vollzogen werden (vgl. Bauer 2002, S. 136). Das folgende Kapitel gibt einen Einblick in die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge der Arbeiten Bourdieus. Als besonders relevant sind hier der Habitus, die Dispositionen, die Kapitalsorten und die Reproduktionsmechanismen anzusehen. Der Begriff des „Feldes“ wird eher nachrangig behandelt. Dies folgt nicht aus der Überlegung, dass dieser wenig bedeutsam sei, vielmehr resultiert diese Vorgehensweise aus der Tatsache, dass der Stichprobe eine gemeinsame berufliche Orientierung zugrunde liegt. Da alle befragten Personen das Lehramts- bzw. Pädagogikstudium für ihre berufliche Zukunft gewählt haben, bedarf es meiner Meinung nach keiner expliziten Abgrenzung zu anderen Gruppen und deren Feldern, die zudem auch nicht befragt wurden. Hier sei auf das Kapitel „Die konservative Schule“ (Bourdieu 2006, S. 25–52) verwiesen, das als eine Beschreibung des Feldes „Schule“ gelesen werden kann. Zudem wurde das Verhältnis Lehrer – Medien, das einen zentralen Forschungsaspekt im Feld „Schule“ darstellt, bereits weiter oben ausführlich erörtert.