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Medien — Politik — Geschlecht

pp 51-64

Der Gegensatz von Information ist Desinformation, der Gegensatz von Unterhaltung ist Langeweile

  • Elisabeth KlausAffiliated withFachbereichs Kommunikationswissenschaft, Paris-Lodron-Universität Salzburg

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Auszug

Die Entgegensetzung von Information und Unterhaltung bestimmt bis heute das Agieren der Medienschaffenden, beeinflusst die Vorstellungen über das Publikum und über Rezeptionsprozesse und fundiert zahlreiche kommunikationswissenschaftliche Studien. Der Dualismus von Information und Unterhaltung hat sich in das Denken über Medien eingeprägt. Er spiegelt sich in der Gegenüberstellung von informationsorientierten versus unterhaltungsorientierten Journalismuskonzepten, in der Trennung von Unterhaltungs- und Informationsprogrammen, schließlich auch in der Scheidung in ein informations- und ein unterhaltungssuchendes Publikum. Ich will begründen, warum dieser Dualismus nicht tragfähig ist, sondern im Gegenteil das kommunikationswissenschaftliche Denken behindert und Möglichkeiten versperrt, den journalistischen Handlungszusammenhang und Wirkungsraum neu zu bestimmen. Unterhaltung und Information sind keine Gegensätze, sondern müssen vielmehr als zwei zusammengehörende Elemente im Journalismus neu bedacht werden (vgl. Dehm 1984; Rager/Müller-Gerbes 1992: 16–17).