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Strafrecht, soziale Kontrolle, soziale Disziplinierung

Volume 15 of the series Jahrbuch für Rechtssoziologie und Rechtstheorie pp 271-280

Soziale Disziplinierung und Moralstrafrecht — Illegaler Drogenkonsum und BtMG

Zur Instrumentalisierung von Schuldgefühlen für Machtinteressen
  • Lorenz Böllinger

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Zusammenfassung

Das BtMG ist eine der unzähligen sozialen Antworten auf die allgemeine moralisch-praktische Frage: Was soll ich tun? (vgl. Habermas 1983, S. 55) bzw. Was darf ich nicht tun? Und zwar geht es um den Bereich menschlichen Verhaltens und Erlebens, wo Zustände von Erregung, Spannung, Lust, Genuß, Euphorie, Halluzination, Exitation, Ekstase, Hochgefühl oder auch nur Wohlbehagen angestrebt werden. Also sind subjektiv und zumindest zeitweise als positiv erlebte körperliche und mentale Empfindungen Movens und Motiv, sich psychotrope und berauschende, d.h. auf das zentrale Nervensystem einwirkende, natürliche oder synthetische chemische Substanzen zuzuführen. „Du sollst bestimmte — im Gesetz aufgezählte — Drogen nicht nehmen!“ heißt es dagegen. Andere Drogen darf, ja soll man — kurativen, palliativen, konsumtiven Imperativen folgend — nehmen: Medikamente, Alkohol, Nikotin, Coffein.