The Economics of Gender — Der neoklassische Erklärungsansatz zum Geschlechterverhältnis

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Zusammenfassung

Die Frage nach dem Geschlechterverhältnis hat in jüngerer Vergangenheit auch in die ökonomische Wissenschaft Einzug gefunden und führt dort mittlerweile ein nicht mehr nur „marginales“ Dasein2. Nicht nur eine Vielzahl von Ökonominnen publiziert seit Jahren3 Arbeiten über die Rolle und Stellung von Frauen in der Ökonomie und der Ökonomik und setzt sich kritisch mit den Lehren der herrschenden Wissenschaft auseinander, auch renommierte Ökonomen, die dem Mainstream zuzurechnen sind, haben sich diesen Fragen zugewandt. Immerhin wurde zweien von ihnen in diesem Jahrzehnt ein Nobelpreis verliehen — wenn auch nicht für ihre Arbeiten zum Geschlechterver-hältnis. Gary S. Becker, Nobelpreisträger von 1992, gehört der sog. Chicago School an und hat mit der Anwendung der neoklassischen Methode auf bis dahin von der ökonomischen Wissenschaft unbeachtete Bereiche menschlichen Handelns dieses Instrumentarium auch für die Geschlechterfrage nutzbar gemacht. Amartya Sen, Nobelpreisträger von 1998, der als Ökonom und Philosoph dem neoklassischen Ansatz auch kritisch gegenübersteht, betont dagegen bei seinen Analysen die Bedeutung von Normen und Rollenzuschreibungen4 und steht damit der feministischen Kritik am neoklassischen Ansatz sehr nahe.

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung bereits früher erschienener Arbeiten: „Was können ökonomische Theorien zur Erklärung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung beitragen?“ (zusammen mit Karin Rinne), in: FIF — Forum für interdisziplinäre Forschung, Bd. 12, 1994: 141–182; „Eigenproduktion versus Dienstleistungen im Haushalt — Zum ökonomischen Wert der Hausarbeit“, in: Zukunft im Zentrum (Hg.): Hausarbeit als Erwerbsarbeit. Eine Berliner Fachtagung zur Europawoche 1997, Berichte, Materialien, Dokumente, Berlin 1997: 15–32; „Beruf, Kinder, Familie — ein Spannungsfeld aus ökonomischer Sicht“, in: Dokumentation des 6. Interdisziplinären Symposiums „Familienforschung“ des Österreichischen Instituts für Familienforschung, Strobl, 20.-22. Nov. 1996, Materialiensammlung des des ÖIF, Heft 5/98: 15-32. Ich danke den Herausgebern für die Zustimmung zum teilweisen Wiederabdruck