2010, pp 69-75

Kriterien gegen den Einsatz aktiver Mittelohrimplantate

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Zusammenfassung

Aktive Mittelohrimplantate, also teil- oder vollimplantierbare Hörgeräte (HG), stellen eine technische Alternative zu konventionellen, nichtimplantierbaren HG dar. In Anbetracht des invasiven, teilweise destruktiven Vorgehens bei der Implantation stellt sich die Frage, ob die Qualität dieser Art von Hörgeräteversorgung den hohen Aufwand und die mit der OP verbundenen Risiken und Nebenwirkungen rechtfertigt, wenn nicht zwingende medizinische Gründe, wie Missbildungen des Außenohres vorliegen, die eine Versorgung mit klassischen Hörgeräten unmöglich macht. Es ist besonders zu betonen, dass eine ausgeprägte Unzufriedenheit mit einer konventionellen Hörgeräteversorgung alleine kein zwingender Grund für die Implantation von Hörgeräten darstellen kann, da sich die Verstärkungsverfahren der implantierbaren und klassischen HG identisch sind und die Hörprobleme in der Regel auf die mit Verstärkung nicht korrigierbaren Defzite der Schallverarbeitung im Innenohr, z. B. des Frequenz- und Zeitaufösungsvermögens, oder auf neuronale Degenerationen im Ganglion spirale zurückführen lassen.