Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch

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Zusammenfassung

»Vom langsamen Sterben des elterlichen Züchtigungsrechts« betitelt Ludwig Salgo (2001) einen Beitrag in einem Band zur Gewalt in sozialnahen Beziehungen. Er unterstreicht die relative Fortschrittlichkeit des allgemeinen preußischen Landrechts von 1794, in dem in Teil-II § 86 festgestellt wird: »Die Aeltern sind berechtigt, zur Bildung der Kinder alle der Gesundheit derselben unschädliche Zwangsmittel zu gebrauchen.« Ca. 100 Jahre später wird in der ersten Fassung des § 1631 Abs. 2 BGB und der Fassung von 1896 festgestellt: »Der Vater kann kraft des Erziehungsrechts angemessene Zuchtmittel gegen das Kind anwenden. Auf seinen Antrag hat das Vormundschaftsgericht ihn durch geeignete Zuchtmittel zu unterstützen.« Zwar ändert der Gesetzgeber 1957 die Formulierung leicht ab – anstelle des Vaters treten die Eltern und aus Zuchtmitteln werden Maßregeln – doch bleibt der gleiche Tenor erhalten.