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Verhaltenstherapiemanual

pp 568-573

Somatoforme Störungen

  • W. RiefAffiliated withKlinische Psychologie und Psychotherapie, Psychotherapie-Ambulanz, Philipps-Universität Marburg

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Auszug

Merkmal der somatoformen Störungen ist meist das Vorliegen von körperlichen Beschwerden, ohne dass diese ausreichend auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind. Typische Beschwerden sind Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Gliederschmerzen, Blähungen und Durchfall, Schwitzen, leichte Erschöpfbarkeit, Hitze- und Kältewallungen u. a. Somit finden sich Patienten mit somatoformen Symptomen in allen Fachgebieten der Medizin. In verschiedenen Schätzungen wird davon ausgegangen, dass 20–50% der in Arztpraxen geschilderten Symptome nicht auf eine eindeutig organische Erkrankung zurückzuführen sind. Meist findet sich beim Patienten mit somatoformen Störungen das Bild von multiplen, oftmals wechselnden körperlichen Beschwerden. Bei besonders intensiven Ausprägungen spricht man von Somatisierungsstörung. Trotz des häufigen Vorliegens von multiplen Symptomen werden die Kriterien der Somatisierungsstörung nur selten erreicht, sodass auf offizielle Restdiagnose-Gruppen (z. B. undifferenzierte somatoforme Störung) oder andere Beschreibungen ausgewichen werden muss (multiples somatoformes Syndrom, Somatisierungssyndrom).