Chapter

Die Informatisierung des Alltags

pp 233-264

Gibt es in einer total informatisierten Welt noch eine Privatsphäre?

  • Marc LangheinrichAffiliated withInstitut für Pervasive Computing, ETH Zürich

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Auszug

Die Vision allgegenwärtiger, „intelligenter“ Umgebungen nährt die Angst vor einer umfassenden Überwachung des Einzelnen durch Staat und Wirtschaft sowie vor dem Missbrauch durch Kriminelle. Sind solche Ängste eher unbegründet, da zwischen Vision und Realität immer noch technische, soziale und rechtliche Machbarkeiten Grenzen ziehen? Oder bewegen wir uns mehr oder weniger zwingend hin in Richtung einer Gesellschaft, in der es ganz normal sein wird, dass praktisch all unsere Handlungen und Bewegungen aufgezeichnet und in digitalisierter Form für andere abrufbar sein werden? Dieser Beitrag versucht, anhand gesellschaftlicher Trends und Begehrlichkeiten Entwicklungspotenziale aufzuzeigen, die sich durch die Bereitstellung „smarter“ Technik ergeben. Dabei sollen gezielt deren Risiken und Herausforderungen angesprochen werden, die sowohl in technischer, vor allem aber auch in gesellschaftlicher Hinsicht auftreten. Ob wir unter diesen Umständen auch in Zukunft noch eine umfassend geschützte Privatsphäre haben werden, wird mehr denn je davon abhängen, welchen Wert unsere Gesellschaft diesem Gut beim Abwägen gegenüber Bequemlichkeit, Effizienz und Sicherheit zuweisen wird.