Kognition und Motivation bei der Wahrnehmung politischer Positionen: Eine experimentelle Untersuchung zur Rolle von Ideologie-Hinweisen

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Zusammenfassung

„A people who mean to be their own governors, must arm themselves with the power which knowledge gives. A popular government, without popular information, or the means of acquiring it, is but a prologue to a farce or a tragedy; or, perhaps both“ (zitiert in Lupia/McCubbins 1998:1). Dieser Ausspruch eines der Gründungsväter der modernen Demokratie, James Madison, beschreibt ein Hauptproblem von Demokratien. Demokratie als Herrschaft des Volkes basiert auf den Entscheidungen der Bürger. Nur wenn Bürger fähig sind, informierte politische Entscheidungen gemäß ihrem Interesse zu treffen, kann sinnvollerweise von einer Herrschaft des Volkes gesprochen werden. Die Idee der Demokratie impliziert, dass souveräne Bürger wissen was sie wollen und fähig sind, ihre Wünsche an politische Repräsentanten zu kommunizieren. Oder anders ausgedrückt, sie sollten beim Urnengang erstens über die Positionen der zur Wahl stehenden Parteien informiert sein, zweitens sollten sie sich eigene Positionen zu politischen Sachfragen gebildet haben und drittens sollten sie in der Lage sein, die Positionen der Parteien sinnvoll mit den eigenen Positionen in Verbindung zu setzen und zu einem Urteil über die zur Wahl stehenden Parteien bzw. Kandidaten zu integrieren. Diese Untersuchung beschäftigt sich mit dem ersten dieser drei Punkte, ohne den auch die anderen beiden keinen Sinn ergeben: Wie gut sind Wähler in der Abschätzung der politischen Positionen der unterschiedlichen Parteien und welche Rolle spielen dabei Ideologie-Hinweise und der Kontext des Parteienwettbewerbs?