Neorealismus

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Zusammenfassung

Vor dem Erscheinen von Alexander Wendts „Social Theory of International Politics“ (1999) war „Theory of International Politics“ (1979) von Kenneth N. Waltz das einflussreichste Werk in der akademischen Disziplin der Internationalen Beziehungen (IB). Die Debatten um die Entwicklung von Theorien der IB seit den 1980er Jahren, aber insbesondere seit dem Ende des Ost-West-Konflikts, entfalteten sich zumeist vor dem Hintergrund einer kritischen Auseinandersetzung mit der von Waltz in diesem Buch niedergelegten neorealistischen Theorie. Dabei wurde der Neorealismus als Folie benutzt, um konkurrierende Theorien und Theoreme zu entwickeln. Ohne eine gründliche Kenntnis des Neorealismus ist auch die aktuelle Theoriediskussion deshalb nur schwer nachvollziehbar. Die Diskussion um den Neorealismus wurde und wird allerdings oftmals entlang eines falschen Verständnisses von dem, was der Neorealismus ist und was er zu leisten vermag geführt. An diesem Missverständnis sind aber nicht nur die Kritiker des Neorealismus schuld, wenngleich sie diesen oftmals falsch oder gar in karikierender Weise dargestellt haben (Masala 2005), sondern auch viele selbst-deklarierte Neorealisten, die den Eindruck erweck(t)en, dass die neorealistische Theorie eine „eierlegende Wollmilchsau“ sei, mit der sich alles erklären ließe.