Chapter

Kriegskorrespondenten

pp 113-136

Der ‚Pictorial Turn ‘des Krieges

Zur Rolle der Bilder im Golfkrieg von 1991 und im Irakkrieg von 2003
  • Gerhard PaulAffiliated withGeschichte an der Universität Flenburg

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Auszug

Während Kultur-und Geisteswissenschaften den ‚Pictorial Turn ‘(vgl. u.a. Mitchell 1997) debattieren, wird er von Seiten der US-Militärs als Teil einer neuen Kriegsführung längst praktiziert. Verstärkt seit dem Kosovo-Krieg von 1999 haben sich die Bildmedien in den USA wie innerhalb der NATO als eine vierte Waffengattung neben Heer, Luftwaffe und Marine etabliert. (2005: 13) hat Bildern daher den Status von „smart weapons“ zugewiesen und von einem neuen „military-visual complex“ gesprochen. In besonderem Ma\e treffen Feststellungen wie diese für die so genannten ‚neuen Kriege‘ zu, in denen den Medien eine qualitativ neue Rolle als Kriegsmittel zufällt (Münkler 2002, 2006) und Bilder wie Bildakte (Bredekamp 2004: 29f.) selbst zum Bestandteil des Krieges werden. Verbunden hiermit sind Veränderungen in den kommunizierten Kriegsbildern wie in der Wahrnehmung des Krieges.