, Volume 13, Issue 5, pp 259-265

Untersuchungen zur Eignung wildlebender Wanderratten (Rattus norvegicus) als Indikatoren der Schwermetallbelastung

Zusammenfassung

Durch die Quantifizierung von 12 chemischen Elementen im Organsystem von wildlebenden Ratten (Rattus norvegicus) aus dem Tierpark Zittau (Sachsen) sollte die Eignung dieser spezies als passiver Bioindikator untersucht werden. Neben der Ermittlung von sogenannten Hintergrund-konzentrationen standen insbesondere Fragen zur geschlechts-und altersspezifischen Akkumulation einzelner Elemente im Organsystem von Rattus norvegicus im Vordergrund. Spezifisch zeigten dabei einzelne Elemente unterschiedliche Affinitäten zu den entsprechenden Geweben und Organen. Insbesondere die hierbei ermittelten geschlechts- und altersspezifischen Charakteristika einzelner Elemente macht eine detaillierte Ausarbeitung einer Beprobungsstrategie für den späteren Einsatz als passiver Bioindikator zwingend. Unter Berücksichtigung des durch die Berechnung des Body Burden (Körperlast) im 2. Teil der Arbeit ermittelten typischen Verteilungsmusters einzelner Elemente ist Rattus norvegicus zum integrativen Monitoring-einsatz prädestiniert.

Abstract

The objective of the current attempt was to investigate the suitability of wild-living rats (Rattus norvegicus) as a passive bioindicator using quantitative determinations of 12 chemical elements in different organs taken from rats which were caught in the Zoological Garden of Zittau. Aside from the determinations of so-called background levels, the focus of interest was with accumulations of certain elements within the organs depending on either sex or age of the rats. There were different affinities of the elements towards certain organs. Because of apparent sex and age-related differences in element concentrations and accumulation features, a well-planned sampling strategy for the use of rats as possible passive bioindicators is indeed required. The consideration of element distribution patterns within the organ system of Rattus norvegicus (based on body burden calculations (in part 2 of this work)) allows an effective use of the rat for purposes of integrative monitoring.

Leichtmetalle
Haibmetall
Tell H: Die Anwendung des KörperlastVerfahrens zur Identifikation von Depot-Kompartimenten
Online First: 31. 8.2001
Simone Wünschmann ist Diplom-Ingenieurin für Ökologie und Umweltschutz und arbeitete vor ihrem Studium als Technische Assistentin für das Aachener Universitätsklinikum. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich zunächst im Rahmen einer Machbarkeitsstudie mit der Thematik, ob sich Rattus norvegicus aus methodischer, analytischer und physiologischer Sicht als passiver Bioindikator eignet. In ihrer Diplomarbeit intensivierte und erweiterte sie diese Thematik unter Einbeziehung öko- und humantoxikologischer Aspekte. Derzeit: Bearbeitung des Projektes ‘Transfer von Elementen in die Muttermilch’ (im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz) am Internationalen Hochschulinstitut Zittau.
Jörg Oehlmann ist Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine primären Forschungsinteressen umfassen: • Biologisches Effektmonitoring • Hormonähnliche Wirkungen von Umweltchemikalien • Effekte von Arzneimitteln in der Umwelt • Sedimenttoxikologie: Entwicklung von Test- und Bewertungskonzepten • Untersuchungen von Neozoen in aquatischen Ökosystemen • Funktionsmorphologie und Artbildungsprozesse bei Evertebraten unter besonderer Berücksichtigung der Mollusken
Bernd Delakowitz ist Diplom-Geologe und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München zur Genese argentinischer Erzlagerstätten promoviert. Seit 1996 ist er Professor für Umweltmanagement und Umweltrecht an der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) — University of Applied Sciences, an der er seit März 2000 das Amt des Dekans im Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften bekleidet. Seine Forschungsinteressen umfassen, neben dem Betrieblichen Umweltmanagement und umweltorientierter Unternehmensführung, insbesondere umweltanalytische Problemstellungen im Zusammenhang mit der Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften. Prof. Delakowitz verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der instrumentellen NAA und ICP-MS.
Bernd Markert ist Professor und Direktor des internationalen Hochschulinstitutes in Zittau und Lehrstuhlinhaber für Umweltverfahrenstechnik. Der Einsatz eines freilebenden, intelligenten ‘Schädlings’ für die Umweltüberwachung in der Bioindikation ergibt sich für ihn aus zwei zwingenden Gesichtspunkten: 1. Die Ratte als Nutztier (psychologisch/didaktischer Ansatz) 2. und als ‘missing link’ zwischen Wirbeltier und Mensch (bioindikativer/naturwissenschaftlicher Ansatz)