, Volume 41, Issue 3, pp 375-392

Nosema ceranae in Europe: an emergent type C nosemosis

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Abstract

In this review, relevant data is presented on an emerging disease of the 21th century in European countries, caused by Nosema ceranae. Within a few years after it was detected in Spain in 2005, the rest of European countries that had technical capacity to differentiate Nosema apis from N. ceranae reported its presence. In a similar way as the initial detection of Varroa in Europe, active scientific work is raising many questions due to the absence of clinical symptoms in infected colonies and a long incubation period of the pathogen. N. ceranae presents a different epidemiological pattern and pathology compared to N. apis. The disease caused by N. ceranae is now named nosemosis type C (COLOSS workshop, 2009) and is characterized by the ability to detect the disease-causing agent throughout the year. The continuous death of highly infected bees, mostly foragers, has a clear effect on colony population and productivity. Although there has been a huge effort in the last years to increase knowledge about this disease, significant research is still needed on epidemiology, pathology, prophyllaxis and treatment.

Zusammenfassung

Im Jahr 2005 wurde sowohl aus Asien als auch aus Europa über Nachweise von Nosema ceranae in der Honigbiene berichtet. Bis dahin wurde angenommen, dass die Nosemose der Bienen durch eine Infektion der Ventrikelzellen von erwachsenen Bienen mit Nosema apis verursacht wird. Allerdings weicht die durch N. ceranae verursachte, neu auftretende Krankheit in ihrer Epidemiologie, sowie ihrer Symptomatik und Pathologie ab. Daher ist es erforderlich, zwei verschiedene klinische Verläufe zu differenzieren: Nosemose Typ A, verursacht durch N. apis, und Nosemose Typ C, verursacht durch N. ceranae.

Die Infektion der Bienen geschieht durch das Aufnehmen von reifen Sporen. Der Lebenszyklus von N. ceranae wird in weniger als 3 Tagen komplett durchlaufen; die intrazelluläre Keimung der Sporen wurde beobachtet. N. ceranae kann während des ganzen Jahres in Bienen nachgewiesen werden, die Übertragungsmechanismen sind jedoch noch nicht vollständig aufgeklärt. Sowohl Königinnen als auch Arbeiterinnen können sich mit N. ceranae infizieren. Pollen aus Pollenhöschen, von Bienenfressern ausgewürgte Pellets, sowie Imkereigeräte wurden als Reservoir von infektiösen Sporen beschrieben. Experimentelle Infektionen von A. mellifera mit N. ceranae zeigten eine höhere Pathogenität in diesem Wirt, die im Vergleich zu N. apis eine höhere Sterblichkeit zur Folge hatte. Jedoch wurden von anderen Autoren Unterschiede in den Sterblichkeitsraten beschrieben, möglicherweise beeinflussen bisher noch unbekannte Faktoren die Ergebnisse. Infizierte Arbeiterinnen wiesen eine deutliche Degeneration der Epithelzellen des Ventrikulums auf, wobei in histologischen Schnitten aus anderen Geweben keine Anzeichen einer Infektion mit Sporen gefunden wurden. N. ceranae kann die humoralen und zellulären Abwehrmechanismen der Bienen teilweise unterdrücken, was bei Infektionen mit N. apis nicht der Fall ist.

Es wurde nachgewisen, dass die Postulate von Koch sowohl für Völker als auch für Einzelbienen gelten. Die Parasitierung einzelner Bienen durch N. ceranae hat einen deutlichen Effekt auf der Volksebene, was zu einem kontinuierlichen Totenfall hochinfizierter Bienen führt. Die lange und symptomfreie Inkubationszeit auf der Volksebene kann die Abwesenheit von sichtbaren Symptomen vor dem Zusammenbruch des Volkes erklären. Der Erreger wurde auch als Schlüsselfaktor für die Völkerverluste in Berufsimkereien in Spanien diskutiert. Es gibt jedoch einander widersprechende Berichte über die Folgen einer Infektion von Völkern mit N. ceranae aus verschiedenen Teilen Europas.

Der Nachweis von N. ceranae erfordert den Einsatz von molekularbiologischen Methoden. Das Antibiotikum Fumagillin wirkt gegen beide Arten von Nosema, obwohl sein Einsatz in der Europäischen Union verboten ist. Einige neue potenzielle Bekämpfungsmittel sind Thymol und Resveratrol, sowie ApiHerb oder Nonosz®. Eine gute imkerliche Praxis ist entscheidend für die Vermeidung und Kontrolle dieser Krankheit.

Es fehlt noch an Wissen über die epidemiologischen Faktoren und klinischen Symptome in verschiedenen Regionen Europas und anderer Teile der Welt, wo unterschiedliche klimatische Bedingungen herrschen und verschiedene Formen der Imkerei ausgeübt werden. Zukünftige Studien über die Nosemose Typ C werden zweifellos ihre Rolle bei Völkerzusammenbrüchen aufklären und werden den Wissensstand über viele noch unbekannte Faktoren im Zusammenhang mit dieser neuen Krankheit verbessern.

Manuscript editor: Yves Le Conte