, Volume 41, Issue 3, pp 243-255

Preserved honey bee health in Latin America: a fragile equilibrium due to low-intensity agriculture and beekeeping?

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Abstract

The Latin American subcontinent contains some of the world’s major honey producing and exporting countries, but the status of bee health in this part of the world has not been clearly documented. There have been no reports of massive colony losses in Latin America, at least from the symptoms of CCD (colony collapse disorder) or in the proportion and extent of the situations in the US and Europe. We examine possible reasons for the difference, and develop hypotheses that this prevailing good bee health could be due to: (1) the management of generally unselected bees with a certain natural resistance to diseases (tropical regions) or the selection of disease resistant bees (temperate regions); (2) a lower proportion of cropland over the total land area, resulting in more abundant or higher-quality pollen resources for bees; (3) the generally small-scale, low-income and little subsidized agriculture, and concomitant lower use of insecticides compared to industrialized countries. These general parameters may act synergistically, resulting in a large number of configurations across the tremendous ecological, social and economic diversity of Latin America. We suggest that the health of honey bees in Latin America may be ultimately due to the practices of low-income agriculture and beekeeping in the region, leading to more sustainable conditions for the bees. However the increasing trend of land use intensification in some parts of Latin America could lead to declines in honey bee health and population size.

Zusammenfassung

Während der letzten Jahre wurden in Europa und den USA mehrfach Verluste von Bienenvölkern (Apis mellifera L.) dokumentiert. Dabei wurden Völkerverluste, die durch den raschen Verlust der Adultbienen hervorgerufen wurden, als „Colony Collapse Disorder“ (CCD) bezeichnet. Obwohl sich auf dem lateinamerikanischen Subkontinent einige der größ-ten Honigproduktions- und Honigexportländer der Welt befinden, fehlen bisher klare Dokumentationen über den Gesundheitsstatus der dortigen Honigbienen. Bisher gibt es keine Berichte über massive Völkerverluste in Lateinamerika, zumindest nicht mit CCD-Symptomen oder in dem Ausmaß, wie sie aus Europa und den USA berichtet wurden. Wir prüfen die möglichen Gründe für diese Unterschiede und entwickeln folgende Hypothesen für die Verbreitung „gesunder Bienen“ in Lateinamerika: (1) es wird meist mit unselektierten Bienen gearbeitet, die über natürliche Krankheitsresistenzen verfügen (tropische Regionen) oder es werden krankheitsresistente Bienen selektiert (gemäßigte Regionen); (2) der Anteil der Agrarfläche am Gesamtgebiet ist relativ gering, wodurch es zu einer ergiebigeren bzw. qualitativ hochwertigeren Pollenversorgung kommt; (3) die allgemein kleinräumig strukturierte Landwirtschaft mit geringem Einkommen und wenig Subventionen führt zu einem geringeren Einsatz von Insektiziden im Vergleich zu den industrialisierten Ländern.

All diese Parameter könnten synergistisch wirken und würden dadurch zu einer großen Anzahl an möglichen Konstellationen innerhalb der enormen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vielfalt in Lateinamerika führen. Wir vermuten, dass die Gesundheit der Honigbienen in Lateinamerika letztendlich auf die in diesen Regionen vorherrschenden kleinräumigen und wenig intensiven Landwirtschafts- und Imkereistrukturen zurückzuführen ist, da solche Strukturen den Bienen nachhaltigere Lebensbedingungen bieten. Allerdings könnte der Trend zur intensiveren Nutzung der Kulturlandschaft in einigen Teilen Lateinamerikas zu einer Verschlechterung des Gesundheitsstatus der Honigbienen und damit zu einem Rückgang der Bienenpopulation führen. Um diese Hypothese zu überprüfen würde es Sinn machen, zusammen mit der FAO ein Projekt zur Überwachung der Bienengesundheit in Lateinamerika zu etablieren und dabei die für eine statistische Auswertung notwendigen Daten zur Landnutzung und zu Völkerverlusten zu erfassen. Ein solches Projekt wäre auch wichtig für den Erhalt von natürlichen Bestäuberpopulationen und damit für die Sicherung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion in Lateinamerika. Dies würde auch dazu beitragen, die grundsätzlichen Bedingungen für „Nachhaltigkeit“ in tropischen und subtropischen Ländern besser zu verstehen.

Manuscript editor: Marla Spivak