, Volume 41, Issue 3, pp 227-242

Research strategies to improve honeybee health in Europe

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Abstract

Understanding the fundaments of colony losses and improving the status of colony health will require cross-cutting research initiatives including honeybee pathology, chemistry, genetics and apicultural extension. The 7th framework of the European Union requested research to empirically and experimentally fill knowledge gaps on honeybee pests and diseases, including ’Colony Collapse Disorder’ and the impact of parasites, pathogens and pesticides on honeybee mortality. The interactions among these drivers of colony loss will be studied in different European regions, using experimental model systems including selected parasites (e.g. Nosema and Varroa mites), viruses (Deformed Wing Virus, Black Queen Cell Virus, Israeli Acute Paralysis Virus) and model pesticides (thiacloprid, τ-fluvalinate). Transcriptome analyses will be used to explore host-pathogen-pesticide interactions and identify novel genes for disease resistance. Special attention will be given to sublethal and chronic exposure to pesticides and will screen how apicultural practices affect colony health. Novel diagnostic screening methods and sustainable concepts for disease prevention will be developed resulting in new treatments and selection tools for resistant stock. Research initiatives will be linked to various national and international ongoing European, North- and South-American colony health monitoring and research programs, to ensure a global transfer of results to apicultural practice in the world community of beekeepers.

Zusammenfassung

Die letzten Jahrzehnte waren durch einen konstanten Rückgang von Bienenvölkern in den Mitgliedstaaten der EU gekennzeichnet (cf. Abb. 1). Insbesondere dramatische und unkontrollierbare Völkerverluste entwickelten sich zu einer akuten Insolvenz — Bedrohung für Imkereibetriebe. Nach wie vor sind die Ursachen dieser großen, flächendeckenden Völkerverluste auf nationaler Ebene unklar und daher sind zielgerichtete kausale Therapien nicht möglich. Oft wurden daher unnötige, prophylaktisch medikamentöse Behandlungen durchgeführt, um regionale Völkerbestände zu sichern. Dies hat bislang jedoch noch nicht zu einer nachhaltigen Bekämpfung von Bienenkrankheiten geführt, allerdings regelmäßig zur Kontamination des Honigs.

Die Forschungspolitik der EU zielt daher darauf ab, die Honigbelastung zu reduzieren, die Rassevielfalt europäischer Honigbienen zu erhalten, Völkerverluste zu vermeiden und die Bedeutung der Interaktionen zwischen Parasiten, Pathogenen und Pestiziden für die Koloniegesundheit zu verstehen. Gerade die Kombination verschiedener Faktoren wird als ein besonderes Problem gesehen. Eine einzelnes Pathogen mag für die Kolonie harmlos sein, aber in Kombination mit anderen zum Zusammenbruch des Volkes führen.

Das Forschungsnetzwerk BEE DOC (Bees in EuropE and the Decline Of Honeybee Colonies) wird sich deshalb mit den Interaktionen zwischen Parasiten, Pathogenen und Pestiziden beschäftigen. In Anbetracht der großen Zahl von Pathogenen und Pestiziden ist es allerdings nicht realisierbar, alle möglichen Interaktionen experimentell zu testen. Es ist daher notwendig, sich in Experimenten auf wenige ausgewählte Modellsysteme von besonderer Bedeutung zu beschränken. Im BEE DOC Netzwerk sind dies V. destructor, Nosema spp., häufige assoziierte Viren, und die häufig genutzten Pestizide Thiacloprid und τ-Fluvalinat. Die Forschungsaktivitäten müssen auch die Untersuchung der genetischen und genomischen Kontrolle von Krankheitsresistenz beinhalten. Oligonukleotid DNA-Chips die das gesamte Genom der Honigbiene abdecken sind dabei von besonderem Nutzen. Zusätzlich sollen neue Resistenzgene mit Hilfe von haploiden Drohnen gefunden werden. Antibiotische Substanzen, die entweder von den Bienen selbst erzeugt oder von Pflanzen gesammelt werden sollen auf ihre Wirksamkeit bei der Bekämpfung von Bienenkrankheiten untersucht werden. Gerade sekundäre Metabolite von Pflanzensubstanzen, die von der Honigbeine enzymatisch verändert wurden um eine höhere Wirksamkeit zu erhalten, sind von besonderem Interesse. Neue diagnostische Verfahren, die in der Forschung, im Routine — screening und auf dem Bienenstand eingesetzt werden können müssen entwickelt werden, um rechtzeitig Erkrankungen bei den Bienenvölkern diagnostizieren zu können bevor diese zusammenbrechen.

Der Erfolg dieser Forschungsarbeiten wird stark von Koordinierung des Monitoring und der Forschung sowie von der Implementierung der Ergebnisse in die imkerliche Praxis abhängig sein. Das COLOSS Netzwerk (Cost Action) ist hierfür in den nächsten Jahren ein hervorragendes Werkzeug. In ihm sind über 150 Mitglieder aus 39 Ländern vertreten, die die nationalen Forschungsprojekte zur Bienengesundheit koordinieren und aufeinander abstimmen. Nur wenn es gelingt, die Forschungsergebnisse in der Imkerei umzusetzen, werden wir Fortschritte bei der nachhaltigen Prävention von Völkerverlusten auf einer europa- und weltweiten Ebene erzielen können.

Manuscript editor: Marla Spivak