, Volume 40, Issue 3, pp 263-284

Biodiversity, conservation and current threats to European honeybees

Abstract

Europe harbours several endemic honeybee (Apis mellifera) subspecies. Yet the distribution of these subspecies is nowadays also much influenced by beekeeping activities. Large scale migratory beekeeping and trade in queens, coupled with the promiscuous mating system of honeybees, have exposed native European honeybees to increasing introgressive hybridization with managed non-native subspecies, which may lead to the loss of valuable combinations of traits shaped by natural selection. Other threats to European honeybees are factors that have caused a progressive decline in A. mellifera throughout the world in recent years, leading to large economic losses and jeopardizing ecosystem functioning. We review the biodiversity of European honeybees and summarize the management and conservation strategies employed by different countries. A comprehensive picture of the beekeeping industry in Europe is also provided. Finally we evaluate the potential threats affecting the biodiversity of European honeybee populations and provide some perspectives for future research.

Zusammenfassung

Die Unterarten der Honigbienen wurden sowohl mit morphologischen (Box 1) als auch mit molekulargenetischen (Box 2 und 3) Methoden untersucht. Die in Europa vorkommenden elf Unterarten (Abb. 1) werden in vier evolutiven Abstammungslinien eingeteilt. In den entsprechenden Verbreitungsgebieten sind die dazugehörenden Unterarten unterschiedlichen Klima- und Habitatsbedingungen sowie anthropogenen Einflüssen ausgesetzt. Unser erstes Ziel ist es, die Biodiversität der europäischen Honigbienen zu beschreiben und die Strategien zum Schutz der Honigbienen in den einzelnen Ländern zusammenzufassen. Hybridisierungsprozesse wurden vor allem auf der iberischen, italienischen und der Balkan-Halbinsel festgestellt, wohingegen natürliche (aufgrund von Genfluss durch die Mehrfachpaarung der Königin) und durch imkerliche Aktivitäten ausgelöste (durch die Einfuhr von Honigbienen-Unterarten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes) genetische Introgression in Zentral- und Osteuropa sowie auf Mittelmeerinseln beobachtet wurden. Verschiedene Naturschutzprogramme wurden auf europäischen Inseln (Dänemark, Spanien) und seit kurzem auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Norwegen, Slowenien und Österreich) etabliert. Für einen sinnvollen Honigbienenschutz muss aber der Status der imkerlich gehaltenen Honigbienenpopulation in den jeweiligen Ländern mit berücksichtigt werden. Daher müssen zunächst detaillierte Informationen zur Imkerei in den einzelnen Ländern gesammelt werden, bevor zukünftige Naturschutzprogramme entwickelt werden (Abb. 2 und Tab. I in „supplementary data“). Auf dieser Grundlage werden zwei Hauptansätze für zukünftige Naturschutzrichtlinien vorgeschlagen: Beschränkung der Einfuhr von „überlegenen“ Unterarten in Gebiete, die bereits von nativen Honigbienenpopulationen besetzt sind sowie die Aufrechterhaltung der genetischen Diversität in natürlichen Honigbienenpopulationen. Immer mehr Faktoren wie veränderte Landnutzung, die Verbreitung von Krankheitserregern und Parasiten, der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden (Tab. I) bedrohen die Honigbienen in Europa und gefährden damit auch die Funktion des Ökosystems durch eine unzureichende Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Das vor kurzem aufgeschlüsselte Honigbienen-Genom bietet nun aber neue Möglichkeiten, auf molekularer Ebene die Genetik, Physiologie und das Verhalten der Honigbienen zu untersuchen. Molekulare Marker wie SNPs („Single Nucleotide Polymorphisms“) und Mikrosatelliten ermöglichen neue Einblicke in die Populationsstruktur der Honigbienen und die Analyse des Honigbienen-Proteoms wird uns zusätzlich Informationen über die Struktur, Funktion und Wechselwirkungen der von den jeweiligen Genen produzierten Proteine geben.

Eine abschließende Überlegung ist, dass der Honigbienenschutz eng mit der Aufrechterhaltung der Imkerei verbunden ist, die als zukunftsträchtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Praxis auch für die junge Generation attraktiv sein sollte. Für eine nachhaltige Unterstützung der Imkerei sollten die Berufsausbildung verbessert, moderne Betriebsweisen eingeführt, angewandte Forschung zur Bienenbiologie, Genetik und Krankheitsbekämpfung durchgeführt sowie sinnvolle Richtlinien zum Schutz wertvoller Ökosysteme umgesetzt werden.

Manuscript editor: Robert Paxton
These authors have contributed equally to this review.