Apidologie

, Volume 40, Issue 3, pp 211–236

Conservation ecology of bees: populations, species and communities

Authors

    • Crops Research CentreTeagasc
  • Michael Kuhlmann
    • Department of EntomologyNatural History Museum
  • Simon G. Potts
    • Centre for Agri-Environmental Research, School of Agriculture, Policy and DevelopmentUniversity of Reading
Review Article

DOI: 10.1051/apido/2009015

Cite this article as:
Murray, T.E., Kuhlmann, M. & Potts, S.G. Apidologie (2009) 40: 211. doi:10.1051/apido/2009015

Abstract

Recent concerns regarding the decline of plant and pollinator species, and the impact on ecosystem functioning, has focused attention on the local and global threats to bee diversity. As evidence for bee declines is now accumulating from over broad taxonomic and geographic scales, we review the role of ecology in bee conservation at the levels of species, populations and communities. Bee populations and communities are typified by considerable spatiotemporal variation; whereby autecological traits, population size and growth rate, and plant-pollinator network architecture all play a role in their vulnerability to extinction. As contemporary insect conservation management is broadly based on species- and habitattargeted approaches, ecological data will be central to integrating management strategies into a broader, landscape scale of dynamic, interconnected habitats capable of delivering bee conservation in the context of global environmental change.

conservation biodiversity population community plant-pollinator

Écologie de la conservation des abeilles: populations, espèces et communautés

Apoidea biodiversité protection relation plante insecte pollinisateur

Ökologische Aspekte des Schutzes von Bienen: Populationen, Arten, Artgemeinschaften

Zusammenfassung

Die meisten der bereits ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Arten sind Insekten. Nichtsdestotrotz ist der Schutz von Insekten bisher weitgehend vernachlässigt worden. Die Befürchtungen jedoch, dass Pflanzen und ihre Bestäuber Rückgänge verzeichnen und dementsprechend Ökosystemfunktionen negativ beeinflussen können, hat letztendlich die lokalen und globalen Bedrohungen der Bienendiversität ins Schlaglicht gerückt. Anzeichen für den Rückgang von Bienen häufen sich sowohl in taxonomischer als auch in geographischer Hinsicht. Wir geben hier eine Übersicht über die Rolle ökologischer Faktoren im Bienenschutz, wobei wir besonders die Frage der Arten, Populationen und Artgemeinschaften beleuchten.

Erfolreicher Artenschutz erfordert zunächst ein grundlegendes Verständnis von zwischenartlichen Wechselwirkungen und von autökologischen Merkmalen (Abb. 1 und Tab. I). Das Aussterben von Bienenarten ist in vielen Fällen nicht dokumentiert und demzufolge sind vergleichende Analysen wichtig, um autökologische Faktoren erkennen zu können, die mit der Anfälligkeit zum Artenrückgang verknüpft sein können. Bienenpopulationen und Bienengemeinschaften zeichnen sich durch erhebliche raumzeitliche Schwankungen hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Zusammensetzung aus, so dass die Variabilität dieser ökologischen Daten dazu führen kann, dass lange Beobachtungszeiträme notwendig sind, um faktische Rückgange sichtbar machen zu können. Im Idealfall würde die Bestimmung kritischer Werte der Populationsgrössen und des Populationswachstums experimentelle Ansätze erfordern. In der Praxis werden aufgrund der logistischen Anforderungen, dem Problem fehlender Wiederholungen und den räumlichen Grössenordnungen jedoch meist Modellansätze bevorzugt, um Populationsrückgänge und Antworten auf regelnde Massnahmen sichtbar zu machen. Wir diskutieren hier die Erfassung von drei Schlüsselparametern für die Abschätzung von Populationsgrössen und Wachstumsraten: Ausbreitungsrate, Paarungssystem, sowie Prädatoren, Parasiten und Pathogene. Die Antwort von Einzeltieren, Populationen und Artgemeinschaften von Bienen auf anthropogen bedingte Umweltveränderungen ist primär bedingt durch die räumliche und zeitliche Verteilung von floralen sowie Nist- und Überwinterungsresourcen, die jeweils in Beziehung stehen zum Sammelverhalten und der Ausbreitungsfähigkeit der Bienen. Obwohl die primären Faktoren, die die Verteilung dieser Resourcen bestimmen, bekannt sind, nämlich Habitatverlust, bzw. Fragmentierung, ergeben empirische Daten bezüglich der Antwort der Bienengemeinschaften auf diese Faktoren kein einheitliches Bild (Tab. II). Netzwerktheoretische Ansätzen in Untersuchungen zur Architektur von Pflanzen/Bestäuber Netzwerken lassen jetzt Fortschritte erkennen und haben unsere Fähigkeit verbessert, Interaktionen zwischen Arten auf der Ebene von Gemeinschaften definieren und vorhersehen zu können. Mit Blick auf die globalen Umweltveränderungen wird die akkurate Abschätzung der Zahl, Stärke, Symmetrie und Variabilität dieser Interaktionen und ihr Einfluss auf die Toleranz von Bienengemeinschaften gegen das Aussterben zunehmend an Bedeutung gewinnen. Da gegenwärtige Artenschutzmassnahmen im wesentlichen den Schutz von einzelnen Arten oder von Habitaten im Blick haben, werden ökologische Daten entscheidend sein für die Integration dieser beiden Managementstrategien auf einer breiteren, landschaftsorientierten Ebene von dynamischen und untereinander verbundenden Habitaten, die dann dazu beitragen können, dass Bienenschutz im Kontext globaler Umweltveränderungen möglich wird.

Artenschutz Biodiversität Population Artengemeinschaft Pflanzen-Bestäuber

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