Somnologie - Schlafforschung und Schlafmedizin

, Volume 7, Issue 4, pp 125–133

Müdigkeit als Unfallursache im Stadtbereich—eine Befragung von Unfallbeteiligten

Article

DOI: 10.1046/j.1432-9123.2003.00003.x

Cite this article as:
ten Thoren, C. & Gundel, A. Somnologie (2003) 7: 125. doi:10.1046/j.1432-9123.2003.00003.x

Zusammenfassung

Fragestellungen

In dieser Untersuchung wurde der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Müdigkeit als Ursache für Verkehrsunfälle im Stadtgebiet hat und welche Rolle dabei dem Schlaf der Fahrer zukommt. Weiterhin wurde untersucht, wie Fahrer mit Müdigkeit am Steuer umgehen, d. h. welche Müdigkeitsanzeichen von den Fahrem bemerkt und welche Strategien gegen Müdigkeit ergriffen werden.

Methodik

Ein beim DLR entwickelter Fragebogen wurde von der Polizei bei der Unfallaufnahme 3500 Fahrern ausgehändigt, die im Stadtbereich Köln in einen Unfall verwickelt waren. Der ausgefüllte Fragebogen wurde von den Fahrern anonym in einem portofreien Rückumschlag an das DLR zurück geschickt.

Ergebnisse

Die Rücklaufquote betrug rund 5 %. Es ergaben sich Hinweise darauf, dass bei 18,5 % der selbstverschuldeten Unfälle im Stadtbereich Müdigkeit eine der wesentlichen Unfallursachen sein kann. Weiterhin ergaben sich Hinweise darauf, dass die Beteiligten an müdigkeitsbedingten Unfällen in der Nacht vor dem Unfall weniger und schlechter schlafen und mehr Tagesmüdigkeit erleben. Die befragten Fahrer berichteten von einer Vielzahl erlebter Müdigkeitsanzeichen, einschließlich Fahrfehlern, aber nur ungefähr ein Drittel der Fahrer gab an, bei Müdigkeit eine Pause zu machen.

Schlussfolgerungen

Schulungs-Programme für verschiedene Zielgruppen (z. B. junge Fahrer, Schichtarbeiter, Allgemeinbevölkerung und Berufskraftfahrer), in denen die Fahrer lernen, Müdigkeit rechtzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten, sind dringend erforderlich.

Schlüsselwörter

MüdigkeitUnfälleSchlafSchichtarbeitSekundenschlaf

Fatigue as cause of road accidents in urban areas—A questionnaire study

Summary

Question of the Study

The aim of this study was to gain information about fatigue as the cause of traffic accidents in urban areas and about the impact of the amount and quality of sleep of drivers. Furthermore, the study investigated how drivers cope with fatigue, i.e. how drivers become aware of their fatigue and what strategies they choose to counteract it.

Methods

A questionnaire developed by the DLR was distributed by police to 3500 drivers in the urban area of Cologne. Questionnaires were returned to the DLR anonymously in a postage-paid envelope.

Results

About 5 % of all distributed questionnaires were returned. The results indicate that fatigue of the drivers at fault in the accident could be one of the main causes in 18.5 % of all traffic accidents on urban roads. These drivers reported that they had slept less and worse the night preceding the accident. They also stated that they had been fatigued during the daytime. The drivers described a large variety of symptoms of fatigue, including driving impairments, but only about one-third of all drivers said they take a break when fatigued.

Conclusion

Training programmes for different target groups (e.g. young drivers, shift workers, general population, professional vehicle drivers) are needed to teach drivers to recognize symptoms of fatigue early enough and to deal with fatigue in a more responsible way.

Keywords

Fatigueaccidentssleepshift workmicrosleep

Copyright information

© Blackwell Verlag 2003

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Luft- und RaumfahrtmedizinDeutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLRKöln