Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft

, Volume 63, Issue 1, pp 31–41

Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasserdargebot von Grund- und Oberflächenwasser

  • A. P. Blaschke
  • R. Merz
  • J. Parajka
  • J. Salinas
  • G. Blöschl
Originalarbeit

DOI: 10.1007/s00506-010-0273-3

Cite this article as:
Blaschke, A., Merz, R., Parajka, J. et al. Österr Wasser- und Abfallw (2011) 63: 31. doi:10.1007/s00506-010-0273-3

Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag beschreibt die Methoden und Ergebnisse zur Abschätzung der zukünftigen Entwicklung der Grund- und Oberflächenwasserressourcen in Österreich. Obwohl in den letzten drei Jahrzehnten im Mittel über Österreich die Niederschläge gestiegen sind, hat sich der Abfluss aufgrund der zunehmenden Verdunstung kaum geändert. Für die Zukunft (Mittel 2021–2050) sind für die Sommermonate, mit Ausnahme des Ostens Österreichs, fallende Abflüsse zu erwarten. Im Winter ist, mit Ausnahme des Südens, mit steigenden Abflüssen zu rechnen. Die Analysen der Abflussvariabilität vergangener Jahre zeigen, dass die Änderungen zwischen den Jahren zufolge der natürlichen Variabilität deutlich größer sind als die Änderungen zufolge des Klimawandels bis 2021–2050. Daher erscheinen aus österreichweiter Sicht nicht grundsätzlich andere Bewirtschaftungsmaßnahmen notwendig. Regional betrachtet kann es aber durchaus zu Unterschieden kommen und jene Regionen, die schon jetzt geringe Abflussspenden aufweisen (vor allem im Osten und Südosten Österreichs), sind bei den Anpassungsmaßnahmen besonders zu berücksichtigen. Die Analyse der Grundwasserstandsentwicklungen in den letzten 30 Jahren zeigt ein heterogenes Bild für die österreichischen Porengrundwasservorkommen. Von den insgesamt 2114 untersuchten Messstellen weisen rund 70 % keinen signifikanten, 12 % einen steigenden und 18 % einen fallenden Trend im Jahresmittel des Grundwasserstandes auf. Eindeutiger sind die Trends bei der Grundwassertemperatur. Der schon in der Vergangenheit beobachtete Anstieg wird sich mit der zunehmenden Lufttemperatur fortsetzen. Auf Basis der erwarteten Veränderungen der die Grundwasserneubildung beeinflussenden Größen wurden Tendenzen im Grundwasserdargebot abgeleitet. Diese Ergebnisse legen es nahe, dass speziell in den niederschlagsarmen Gebieten Österreichs verstärkt eine Grundwasserbewirtschaftung erforderlich sein wird.

Climate impacts on surface and subsurface water resources

Summary

This paper presents the methods and results of estimating the future evolution of the surface and subsurface water resources in Austria. Although the mean precipitation over Austria has increased in the past three decades, runoff has changed little due to increases in the evapotranspiration. For the future (average 2021–2050) the summer months decreasing runoff is expected in Austria, with the exception of the East. In winter increasing runoff is expected, with the exception of the South. Analyses of the variability of runoff indicate that the natural variability of mean annual runoff clearly exceeds the projected changes due to climate change for the period 2021–2050. From a global Austrian perspective there is hence no need for different water resources management strategies. However, at the regional scale changes may occur. Regions that already have low specific discharges (in particular the East and the Southeast of Austria), needs particular attention in the adaptation strategies. An analysis of the groundwater levels in the past 30 years shows heterogeneous patterns in the porous aquifers in Austria. Out of a total of 2114 piezometers analysed, 70 % do not show a significant trend of the mean annual groundwater level. 12 % and 18 % show increasing and decreasing trends, respectively. The trends of the groundwater temperatures show clearer patterns. The observed increasing trends of the groundwater temperatures are likely to continue in a warmer climate. Along with projected changes in the climate variables controlling groundwater recharge, future tendencies in groundwater availability are discussed. In particular in the low precipitation areas in Austria a more detailed management of the groundwater resources may be needed.

Copyright information

© Springer-Verlag 2011

Authors and Affiliations

  • A. P. Blaschke
    • 1
  • R. Merz
    • 1
  • J. Parajka
    • 1
  • J. Salinas
    • 1
  • G. Blöschl
    • 1
  1. 1.Institut für Wasserbau und IngenieurhydrologieTechnische Universität WienWien

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