, Volume 108, Issue 11, pp 927-937

Zur Prognose der Schenkelhalsfraktur

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Behandlung der Schenkelhalsfraktur im Akutkrankenhaus wird in Deutschland seit dem Beginn der 90er Jahre im Rahmen einer externen Qualitätssicherungsmaßnahme erfasst. Es liegen jedoch keine Daten über das weitere Schicksal der Patienten vor, sodass die Ergebnisqualität der Behandlung über den Aufenthalt im Akutkrankenhaus hinaus bisher verborgen blieb.

Patienten und Methode

Im Rahmen sektorübergreifender Versorgungsforschung wurden Daten von 1393 Patienten des Jahres 1999 im Rahmen einer retrospektiven Untersuchung zusammengeführt. Die Daten entstammen der Projektgeschäftsstelle externe Qualitätssicherung der Ärztekammer Westfalen Lippe, der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK und dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse MDK. Die statistische Auswertung erfolgte unter Beachtung des Datenschutzes durch das Koordinierungszentrum für klinische Studien der Universität Düsseldorf.

Ergebnisse

Prognoserelevante Parameter für das Überleben nach einer Schenkelhalsfraktur sind sowohl in univariaten als auch in multivariaten Analysen das Geschlecht, das Alter, das Vorhandensein einer Pflegestufe vor der Fraktur, der Status des Heimbewohners, die Höhe der ASA-Klassifikation und das Vorhandensein postoperativer Komplikationen. Der Operationszeitpunkt spielt für die Überlebensprognose keine Rolle.

Schlussfolgerungen

Nur die gegenseitige Öffnung der getrennten Versorgungssektoren des Gesundheitssystems ermöglicht die Herausarbeitung klarer Prognosefaktoren für die Patienten. Die Untersuchung zeigt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten durch die Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme statistisch signifikant gebessert werden kann.

Abstract

Background

Data on the treatment of hip fractures in acute care settings have been collected in a report card system for quality assurance in Germany since the beginning of the 1990s. However, there are no data on the long-term outcome and long-term quality of care.

Material and method

In a retrospective study, data on 1393 patients from 1999 were collected from different sources: from the department of quality assurance at the medical association of Westfalia-Lippe, the Statutory Health Insurance Funds (AOK), and the Medical Review Board of the Statutory Health Insurance Funds (Medizinischer Dienst der Krankenkasse, MDK). Statistical analyses were performed by the Center for Clinical Studies of the University of Düsseldorf.

Results

Uni- and multivariate analyses reveal the following prognostic parameters for survival after hip fracture: sex, age, nursing care dependency, living in a nursing home, risk stratification according to ASA, and postoperative complications. Timing of the operation had no affect on survival.

Conclusions

Prognostic factors for the outcome after hip fracture can only be obtained by analyzing data from the hospital stay and the post-hospital setting as well. Chances of survival can be significantly improved by rehabilitative care.

Förderer: GKV-Spitzenverbände und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderschwerpunkt Versorgungsforschung).