Date: 25 Feb 2012

Das deutschsprachige Anaphylaxie-Register

Rent the article at a discount

Rent now

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

Zusammenfassung

Das Anaphylaxie-Register mit aktuell 85 beteiligten Zentren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst mittels eines Onlinefragebogens Daten von Patienten mit schweren allergischen Reaktionen. Die Daten werden von Allergologen aus verschiedenen Fachgebieten eingegeben. Es werden demografische Informationen, die Auslöser, Begleiterkrankungen und Begleitumstände bei anaphylaktischen Reaktionen sowie Angaben zur Versorgung der Patienten erfasst. Die Auslöser schwerer allergischer Reaktionen unterscheiden sich je nach Alter: Im Kindesalter sind Nahrungsmittel die häufigsten Auslöser, während im Erwachsenenalter Stiche durch Bienen oder Wespen am häufigsten zur Anaphylaxie führen. Als Begleiterkrankungen kommen bei Kindern häufig allergische Erkrankungen wie allergisches Asthma, allergische Rhinitis oder atopisches Ekzem vor, bei Erwachsenen dominieren hingegen kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Daten zur Versorgungssituation zeigen, dass im deutschsprachigen Raum sehr häufig Antihistaminika und Kortikosteroide zur Behandlung schwerer allergischer Reaktionen verwendet werden, während das Medikament der Wahl, Adrenalin, eher selten zum Einsatz kommt (< 20%). Das Register ist ein wichtiges klinisch epidemiologisches Erhebungsinstrument und erlaubt es, aktuelle Forschungs- und Versorgungsfragen zu generieren.

Abstract

The anaphylaxis registry collects data from patients with severe allergic reactions via an online questionnaire. Currently 85 centers from Germany, Austria, and Switzerland are involved. The data are entered by allergists. They cover demographical data, data of the elicitors, concomitant diseases, circumstances of the allergic reactions, and information about the treatment of affected patients. Until to date the data show that the elicitor profile of severe allergic reactions depends on the age of patients. In childhood, food allergens are the most frequent elicitors, whereas in adults insect stings are most frequently the cause of anaphylaxis. The analysis of concomitant diseases suggests that allergic diseases like allergic asthma, allergic rhinitis or atopic dermatitis occur frequently in children with anaphylaxis, whereas in adults cardiovascular diseases predominate. The data about the medical treatment of affected patients show that antihistamines and corticosteroids are often used in German-speaking countries for the treatment of severe allergic reactions, whereas adrenaline, the drug of choice, is only rarely used (< 20%). The registry is an important clinical epidemiological tool which allows to generate research but also disease management-related questions.