CardioVasc

, Volume 12, Issue 3, pp 60–60

Nur halb so viele schwere Blutungen

Faktor-Xa-Hemmer bei Lungenembolie
  • Curt Diehm
Gelesen und kommentiert Aus der internationalen Literatur

DOI: 10.1007/s15027-012-0166-4

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Diehm, C. CV (2012) 12: 60. doi:10.1007/s15027-012-0166-4
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In einer Hotline-Session bei der 61. Jahrestagung des American College of Cardiology in Chicago wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie EINSTEIN-PE mit fast 5000 Patienten vorgestellt.

Prof. Dr. med. Curt Diehm Karlsbad, Angiologie

Alle Patienten hatten eine akute symptomatische Lungenembolie (PE) mit oder ohne eine symptomatische tiefe Beinvenenthrombose durchgemacht. 25% der Patienten hatten gleichzeitig eine gesicherte tiefe Beinvenenthrombose.

Die Behandlung erfolgte bei 2419 Patienten mit 2 x 15 mg/d Rivaroxaban („open-label-trial“). Nach drei Wochen wurde die Dosis auf eine Einmaldosis von 20 mg reduziert. 2413 Patienten erhielten die Standardtherapie, bestehend aus dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin und dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin. Der Behandlungszeitraum betrug drei, sechs oder zwölf Monate, je nach Ermessen des behandelnden Arztes. Die mittlere Therapiephase lag bei ca. neun Monaten.

Die Behandlung mit dem neuen Antikoagulans Rivaroxaban war mindestens genauso effektiv wie die Standardbehandlung mit niedermolekularem Heparin und der anschließenden Warfarin-Therapie. Unter Rivaroxaban traten jedoch nur halb so viele Blutungskomplikationen auf (Tab. 1). Die orale Therapie mit Rivaroxaban hat sich in dieser Studie bei Patienten mit akuter Lungenembolie als vorteilhaft gezeigt.
Tabelle 1

Ergebnisse der EINSTEIN-PE-Studie

 

Rivaroxaban

Vitamin-K-Antagonist

HazardRatio

p

Erstes erneutes VTE-Ereignis

2,1%

1,8%

1,12%

0,003

Klinischer Nettonutzen: VTE plus schwere Blutung

3,4%

4,0%

0,85%

0,28

Schwere bzw. nicht große klinisch relevante Blutung

10,3%

11,4%

0,90%

0,23

Schwere Blutung

1,1%

2,2%

0,49%

0,0032

Kommentar: EINSTEIN-PE muss gesehen werden im Kontext als eine von drei klinischen Phase-III-Studien zu venösen Thromboembolien bei fast 10 000 Patienten. In der EINSTEIN-DVT-Studie und in der verlängerten EINSTEIN-Ext-Studie hat sich Rivaroxaban im Vergleich zu oralen Vitamin-K-Antagonisten als wirksam und nebenwirkungsarm bei tiefen Beinvenenthrombosen gezeigt.

Akute massive Lungenembolie bei einem 44-jährigen Patienten.

© Diehm

Copyright information

© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Curt Diehm
    • 1
  1. 1.SRH KlinikumKarlsbad-LangensteinbachDeutschland

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