Im Focus Onkologie

, Volume 15, Issue 5, pp 40–40

PSA-Screening: keine Lösung in Sicht

  • Peter Leiner
Literatur kompakt Prostatakarzinom

DOI: 10.1007/s15015-012-0219-7

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Leiner, P. Im Focus Onkologie (2012) 15: 40. doi:10.1007/s15015-012-0219-7
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Seit 1991 läuft die European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC). Jetzt gibt es neue Studiendaten, von denen man sich Antwort darauf erhofft, ob sich ein PSA-Screening rentiert.

Die Reduktion des relativen Risikos, an einem Prostatakarzinom zu sterben, bedeutete in der Studie: Um einen Tod aufgrund eines Prostatakarzinoms zu verhindern, mussten 1.055 Männer einem PSA-Test unterzogen und 37 Tumoren entdeckt werden — soweit der Stand der Dinge elf Jahre nach Studienbeginn.

Von den 182.160 Teilnehmern zwischen 50 und 74 Jahren waren 162.388 zwischen 50 und 69 Jahre alt. Das mediane Screeningintervall lag bei vier Jahren. Von durchschnittlich 2,27 Screeningtests pro Studienteilnehmer waren 16,6 % positiv. Bei knapp 86 % der Männer mit positivem PSA-Test erfolgte eine Prostatabiopsie.

Auch die Ergebnisse der aktuellen Auswertung der ERSPC-Studie reichen nicht aus, um endgültig den Nutzen eines PSA-Screenings zu belegen. Dazu müssten dessen Vor- und Nachteile sowie die Kosten genauer analysiert werden, so Fritz H. Schröder, Rotterdam, und Kollegen.

Das deckt sich mit dem aktuellen Entwurf der U.S. Preventive Services Task Force, in dem in den USA ein generelles PSA-Screening nicht mehr empfohlen wird. Genau das sei in Deutschland schon seit Jahren Politik, wie der Urologe Peter Albers aus Düsseldorf in einem Interview mit Springer Medizin sagt. Deshalb sei das Screening nicht verboten oder unsinnig — man müsse es nur intelligenter gestalten.

Fazit: Gegenüber der Situation vor zwei Jahren hat sich an den aktuellen Daten wenig geändert. In der Screeninggruppe sank das relative Risiko, an einem Prostatakarzinom zu sterben, um 21 % — nicht aber die Gesamtmortalität.

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© Urban & Vogel 2012

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner

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