hautnah dermatologie

, Volume 28, Issue 1, pp 16–16

Zungenpigment nach Chemotherapie

  • Authors
  • Hermann Füeßl
Literatur kompakt

DOI: 10.1007/s15012-012-0017-0

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Füeßl, H. hautnah dermatologie (2012) 28: 16. doi:10.1007/s15012-012-0017-0

Dass Zytostatika eine Vielzahl von schwerwiegenden Nebenwirkungen aufweisen, ist bekannt. Das große Spektrum der unerwünschten Ereignisse umfasst jedoch auch seltenere Phänomene.

Nach brusterhaltender Operation und der Biopsie eines Sentinel-Lymphknotes in der Axilla wegen eines invasiven duktalen Mammakarzinoms unterzog sich eine 42-jährige Frau einer Chemotherapie mit Doxorubicin, Cyclophosphamid und Paclitaxel. Nach dem zweiten Zyklus mit Doxorubicin und Cyclophosphamid traten auf der Zunge der Patientin hyperpigmentierte Flecken auf (Abb. a). Handflächen, Fußsohlen, Fingernägel und andere Hautareale waren nicht betroffen.

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Fleckenbildung während der Chemotherapie (a) und Rückbildung nach Therapieende (b).

© Blaya M, Saba N / New Engl J Med

Fazit: Hyperpigmentierungen der Haut sind eine bekannte Nebenwirkung einer Reihe von Zytostatika und insbesondere bei Anwendung von Doxorubicin und Cyclophosphamid nicht selten. Die Veränderungen können lokal oder generalisiert sein und Haut, Schleimhäute, Nägel oder Haare betreffen. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind unbekannt. Bei dieser Patientin bildeten sich die Veränderungen nach Abschluss der Chemotherapie allmählich zurück und verschwanden nach drei Monaten vollständig (Abb. b).

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