MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 154, Issue 22, pp 33–33

Mehr Klarheit beim zytologisch unklaren Schilddrüsenknoten

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  • H. S. Füessl
AKTUELLE MEDIZIN KRITISCH GELESEN

DOI: 10.1007/s15006-012-1679-6

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Füessl, H.S. MMW - Fortschritte der Medizin (2012) 154: 33. doi:10.1007/s15006-012-1679-6
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Mithilfe einer genetischen Expressionsanalyse gelingt eine bessere Einordnung zytologisch unklarer Punktate von Schilddrüsenknoten.

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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Isar-Amper-Klinikum, Kl. München-Ost, Haar

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Ist der Konten gutartig oder nicht? Da hilft auch die Zytologie nicht immer.

© Bork / shutterstock

_ Schilddrüsenknoten sind ein extrem häufiger Befund und meistens gutartig. Im diagnostischen Algorithmus spielt der zytologische Befund des Knotens eine entscheidende Rolle. Allerdings ist in 15–30% der Feinnadelbiopsate mit einem zytologisch nicht einzuordnenden Befund zu rechnen.

Dieses Dilemma wurde nun in einer auf 19 Monate angelegten prospektiven multizentrischen Untersuchung an fast 4000 Patienten mit 4812 Feinnadelaspiraten von Knoten über 1 cm Durchmesser mithilfe eines neuen genetischen Tests teilweise gelöst. In 577 Fällen fanden sich zytologisch unklare Aspirate, die in 413 Fällen mit operativ gewonnenen histopathologischen Präparaten derselben Region verglichen werden konnten. Unter Beachtung bestimmter Einschlusskriterien konnte bei 265 zytologisch unklaren Knoten ein molekularbiologischer Test zur Feststellung genetischer Mutationen angewandt werden.

Von diesen 265 Knoten mit unklarer Zytologie wiesen 85 einen malignen histopathologischen Befund auf. Mithilfe des molekularbiologischen Tests gelang es, 78 dieser 85 malignen Knoten als solche zu klassifizieren. Sieben Aspirate mit falsch negativen Ergebnissen erwiesen sich als so zellarm, dass sie wegen ungenügender Punktionstechnik als nicht untersuchbar eingeordnet werden mussten.

Kommentar

Bei Schilddrüsenknoten ist jede Untersuchungsmethode willkommen, die mehr Klarheit ins Geschehen bringt und die Entscheidung zur Operation oder zum Zuwarten auf ein möglichst sicheres Fundament stellt. Trotz klarer Algorithmen und ausgezeichneter Untersuchungsmethoden bleibt immer noch die Unsicherheit, bei der Feinnadelaspiration nicht genügend oder das falsche Material gefördert zu haben. Auch die Experten in der vorliegenden Untersuchung waren dagegen nicht ganz gefeit.

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