MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 154, Issue 18, pp 46–46

Necrobiosis lipoidica diabeticorum

Authors

  • H. S. Füeßl
AKTUELLE MEDIZIN KRITISCH GELESEN

DOI: 10.1007/s15006-012-1275-9

Cite this article as:
Füeßl, H.S. MMW - Fortschritte der Medizin (2012) 154: 46. doi:10.1007/s15006-012-1275-9
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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Isar-Amper-Klinikum, Kl. München-Ost, Haar

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Hautveränderungen seit 17 Jahren.

© New Engl. J. Med. 2012; 366: 2502

Eine 37-jährige übergewichtige Frau mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus Typ 1 stellte sich mit Schmerzen im rechten Unterschenkel vor. Über der Schienbeinkante zeigte sich eine 18 × 8 cm große narbige Hautveränderung mit zentraler Atrophie und Ulzerationen. Die Plaque war bereits seit über 17 Jahren vorhanden und wurde erst in den vorausgegangenen vier Wochen schmerzhaft, nachdem es zusätzlich zu Ulzerationen gekommen war.

Eine Hautbiopsie ergab den typischen Befund einer ulzerierten Necrobiosis lipoidica diabeticorum mit teils haufenartig, teils palisadenartig angeordneter lymphatischer Zellinfiltration der Dermis. Es handelt sich um eine chronische granulomatöse Dermatitis unbekannter Ursache, die sehr häufig mit einem Diabetes mellitus assoziiert ist.

Bei etwa einem Viertel der betroffenen Patienten entwickeln sich die Hautläsionen allerdings vor dem Auftreten des Diabetes. Sie sind gelbbraun verfärbt, weisen Teleangiektasien, eine zentrale Atrophie und erhabene, livide verfärbte Ränder auf. Die häufigste Lokalisation ist über dem Schienbein und am Fußrücken. Bei etwa einem Drittel der Patienten entstehen Ulzerationen, die meistens durch ein Trauma ausgelöst werden. In seltenen Fällen kann sich auch ein Plattenepithelkarzinom der Haut entwickeln, vor allem auf dem Boden lange bestehender ulzerierter Läsionen. Mittels einer feuchten Wundbehandlung und Abtragung der Nekrosen erzielte man bei der Patientin eine Schmerzerleichterung. Der weitere Verlauf konnte nicht verfolgt werden, da die Patientin sich nicht mehr vorstellte.

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