MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 154, Issue 25, pp 28–28

Darmperforation?

Pneumoperitoneum
  • Authors
  • H. S. Füessl
AKTUELLE MEDIZIN KRITISCH GELESEN

DOI: 10.1007/s15006-012-0797-5

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Füessl, H.S. MMW - Fortschritte der Medizin (2012) 154: 28. doi:10.1007/s15006-012-0797-5
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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Isar-Amper-Klinikum, Kl. München-Ost, Haar

_ Eine 69-jährige Frau wurde wegen seit drei Tagen bestehenden zunehmenden Bauchschmerzen und gespannten Bauchdecken in die Nothilfe eingeliefert. Sie stand unter Dexamethason zur Behandlung eines Hirnödems im Zusammenhang mit einem Glioblastoma multiforme.

Die Patientin war kachektisch, sie atmete hochfrequent und flach, die Bauchdecken waren gespannt, es bestanden ein diffuser Druck-, aber kein Loslassschmerz oder anderweitige Zeichen einer Peritonitis. Die Thoraxaufnahme in zwei Ebenen zeigte ein Pneumoperitoneum mit einer Ausdehnung der Luft von der Zwerchfellkuppel bis zum Leberunterrand, wodurch sich die Gallenblase besonders gut darstellte (Abb. A, Pfeil). Durch die Luftfüllung kontrastierte auch die Milz auf der seitlichen Aufnahme (Abb. B, *). Die Befunde waren hoch verdächtig für eine Darmperforation. Wegen der Grunderkrankung der Patientin entschloss man sich lediglich zu Palliativmaßnahmen, zumal auch eine Patientenverfügung vorlag. Kurz nach einer Entlastungspunktion zur Dekompression des Abdomens verstarb die Patientin.

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Pneumoperitoneum: Gallenblase (A; Pfeil) und Milz (B; Stern) sind gut zu erkennen.

© New Engl J Med 2012; 366; e26

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