Info Onkologie

, Volume 15, Issue 5, pp 72–72

Neue Therapieoption bei Älteren mit Mantelzell-Lymphom

Rituximab-Erhaltungstherapie
  • Authors
  • Peter Leiner
neues aus der forschung

DOI: 10.1007/s15004-012-0280-6

Cite this article as:
Leiner, P. Info Onkol. (2012) 15: 72. doi:10.1007/s15004-012-0280-6

Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom, die nach einet Rituximab-haltigen Therapie als Erhaltungstherapie weiter den monoklonalen Antikörper Rituximab bekommen, haben einen Vorteil: Ihre krankheitsfreie Zeit ist im Vergleich zur Therapie mit Interferon-α um einige Monate länger. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie des Europäischen Mantelzell-Lymphom-Netzwerks hervor.

In die randomisierte Studie wurden 560 Patienten aus acht europäischen Ländern aufgenommen. Sie waren im Median 70 Jahre alt und erhielten als Primärtherapie acht Zyklen R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednisolon) oder sechs Zyklen R-FC (Rituximab, Fludarabin und Cyclophosphamid). 316 Patienten, deren Lymphom durch diese Therapien ganz oder teilweise zurückgedrängt wurde, erhielten anschließend eine Rituximab-Erhaltungstherapie (eine Injektion alle zwei Monate) oder eine Erhaltungstherapie mit Interferon-α (eine Injektion pro Woche). Beide Erhaltungstherapien wurden gegeben, bis die Krankheit wieder aktiv wurde.

Die Endauswertung der Studie, für die Daten von 274 Patienten berücksichtigt wurden, zeigte einen deutlichen Vorteil für jene Patienten, die als Erhaltungstherapie Rituximab bekommen hatten: Ihre krankheitsfreie Zeit betrug 75 Monate im Vergleich zu 27 Monaten bei den mit Interferon-α behandelten Patienten.

Besonders bedeutsam zeigte sich dieser Unterschied für jene Patienten, die eingangs mit R-CHOP behandelt worden waren: Nach vier Jahren betrug die Gesamtüberlebensrate bei Patienten nach Rituximab 87 %. In der Vergleichsgruppe mit Interferon-α lag die Rate mit 63 % signifikant niedriger. Wurden die Daten aller Patienten berücksichtigt, unterschieden sich die Gesamtüberlebensraten nicht.

„Diese überzeugenden Daten etablieren einen neuen Therapiestandard beim Mantelzell-Lymphom“, wird Martin Dreyling von der Medizinischen Klinik III der Universität München und Koordinator des Europäischen Mantelzell-Lymphom-Netzwerks in einer Pressemitteilung der Klinik zitiert. Obwohl Rituximab gegenwärtig noch nicht für die Erhaltungstherapie beim Mantelzell-Lymphom zugelassen sei, stelle diese im Anschluss an eine R-CHOP Induktionstherapie einen neuen, gut verträglichen Therapiestandard für ältere Patienten mit Mantelzell-Lymphom dar, so das Klinikum. Entsprechend sei diese Therapieempfehlung bereits in die nationalen Leitlinien der DGHO aufgenommen worden.

Copyright information

© Urban & Vogel 2012