, Volume 71, Issue 3, pp 247-259

Transnationales ethnisches Unternehmertum. Das Fallbeispiel türkischstämmiger Unternehmer in Duisburg-Marxloh


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Zusammenfassung

Transnationales ethnisches Unternehmertum gewinnt im Rahmen der aktuellen Debatte um transnationale Migration als neues Forschungsfeld der Migrations- und Stadtentwicklungsforschung zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zur bereits viel diskutierten ‚klassischen‘ ethnischen Ökonomie zeichnen sich transnationale ethnische Unternehmer durch ihre Integration in grenzübergreifende Produktions- und Vertriebsnetzwerke und Formen transnationaler Lebens- und Geschäftsführung aus. Der Beitrag zeigt auf der Grundlage einer explorativen Untersuchung über transnationale türkischstämmige Unternehmer in Duisburg-Marxloh, dass verschiedene Formen transnationalen ethnischen Unternehmertums im Hinblick auf akteursspezifische und strukturelle Merkmale sowie die Intensität transnationaler ökonomischer Aktivität existieren und diskutiert die Bedeutung des transnationalen ethnischen Unternehmertums für die lokale Ökonomie und die Stadtteilentwicklung. Es können drei ‚Generationen‘ transnationalen ethnischen Unternehmertums sowie drei Intensitätsformen transnationaler ökonomischer Aktivität identifiziert werden. Die transnationalen ethnischen Unternehmer leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stadtteils und können Aufwertungsprozesse im Hinblick auf die baulich-räumliche Gestaltung und Imageentwicklung des Stadtteils in Gang setzen. Gleichzeitig scheint die Vernetzung der transnationalen ethnischen Unternehmer untereinander als auch deren Integration in Stadtentwicklungsstrategien und institutionelle Maßnahmen gering ausgeprägt. Es wird deutlich, dass transnationales ethnisches Unternehmertum als strategisches Potenzial der Stadtentwicklung bislang nicht ausgeschöpft wird und weiterer Forschungs- und Handlungsbedarf besteht.

Abstract

Within the debate of transnational migration the phenomenon of transnational ethnic entrepreneurship is gaining in importance. Transnational ethnic entrepreneurship—in comparison to the already widely-discussed “traditional” ethnic economy—exhibits special features, i.e. its integration into cross-border production and distribution networks as well as modes of transnational living and working. On basis of an explorative study of Turkish entrepreneurs in Duisburg-Marxloh (Germany), the paper discusses different forms of intensity of transnational ethnic entrepreneurship concerning actor-specific and structural characteristics. It also illustrates the importance of transnational ethnic entrepreneurship for the local economy and the general development of the city quarter. Three “generations” of transnational ethnic entrepreneurship as well as three intensity-forms of transnational economic activities have been identified. Furthermore, the findings ascertain the entrepreneurs’ importance for the stabilization of the city quarter, regarding in particular its structural development as well as its image upgrading. At the same time the results show that the interconnection between transnational ethnic entrepreneurs as well as their integration into urban development strategies and institutional measures is on a low level. Transnational ethnic entrepreneurship as a strategic potential for urban development has yet not been fully explored, further research on this subject and planning action are required.