, Volume 45, Issue 3-4, pp 303-330
Date: 06 Oct 2012

Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohnes auf die Beschäftigung und den Arbeitnehmerschutz in der Abfallwirtschaft

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Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag liefert eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Evaluation der Einführung des Mindestlohnes in der Abfallwirtschaft zum 01.01.2010. Die Evaluation setzt sich aus einem Branchenbild sowie einer kausalen Wirkungsanalyse des Mindestlohnes auf Basis einer Unternehmensbefragung zusammen. Auf Basis der Befragungsdaten zeigt sich, dass die Betroffenheit der Branche vom Mindestlohn mit ca. 23 % der Unternehmen und 6 % der Beschäftigten als gering einzustufen ist. Die Resultate der Wirkungsanalyse mit Hilfe verschiedener Kontrollgruppenansätze deuten darauf hin, dass die Einführung des Mindestlohnes innerhalb der bisherigen Geltungsdauer auf die Beschäftigung keine messbaren Effekte entfaltet hat. Bezogen auf den Arbeitnehmerschutz lässt sich als Folge des Mindestlohnes eine Tendenz zur Verdichtung der Arbeit sowie zur Zunahme ungeschützter Beschäftigungsverhältnisse feststellen.

Abstract

This article presents a summary of the evaluation of a sector-specific minimum wage in the German waste management industry. The study consists of two parts: first, a descriptive analysis of the sector’s market conditions and, second, a causal evaluation of the minimum wage’s impact on economic outcomes, such as employment and working conditions. The causal analysis is based upon a firm-level survey. The empirical evidence from the survey data suggests that prior to the introduction of the minimum wage only 23 per cent of employers paid wages and 6 per cent of employees received wages below the minimum wage. Difference-in-difference estimates indicate that the minimum wage had no significant impact on employment within the first year after its introduction in January 2010. With respect to working conditions, our results provide some first weak evidence of an increase in marginal employment relationships as well as effective working time.

Für die in diesem Beitrag publizierten Ergebnisse und Schlussfolgerungen zeichnen sich ausschließlich die Autorinnen verantwortlich. Sie geben nicht notwendigerweise die Position des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wieder.